Mit Freude ins neue Jahr: Haydns „Schöpfung“ in der Martinskirche

Freuen sich über den herzliuchen Applaus: Konzertmeisterin Katalin Hercegh (links), Kantor Eckhard Manz (Mitte) sowie das Orchester und die Kantorei St. Martin. Fotos: Schachtschneider

Kassel. Einiges war ungewohnt an diesem Silvesterabend in der Martinskirche: Die Kirche, eine Baustelle, ausgerüstet mit (Klapp-)Stühlen. Und das Werk, „Die Schöpfung“ von Joseph Haydn, wo man eigentlich „Die Neunte“ oder die Strauß-Familie erwartet.

Kantor Eckhard Manz hatte sich für das Haydn-Oratorium entschieden, und der Erfolg gab ihm recht: In der ausverkauften Kirche war eine musikalisch auf hohem Niveau stehende Aufführung zu erleben. Mit dem Orchester St. Martin, zusammengesetzt aus Musikern des Staatsorchesters Kassel, stand ihm ein eingespielter Klangkörper zur Verfügung, mit ausgeglichenem Streicherklang und hervorragend besetzten Holz- und Blechbläsern.

Das junge Gesangs-Trio mit Ingrid Frøseth (Sopran) als Erzengel Gabriel und Eva, Mark Adler (Tenor) als Uriel und Daniel Dropulja (Bass) als Raphael und Adam war mit seinen ausgeglichenen Stimmen der Garant für die Verkündigung des Textes. Alles klang leicht, Höhen und Tiefen, Forte und Piano, aber gerade das ist schwer zu realisieren. Insebsondere das Liebesduett zwischen Eva und Adam wird sicher vielen Zuhörern in Erinnerung bleiben.

Konzentriert und intensiv gestaltete die Kantorei St. Martin ihre Partie - die Freude der himmlischen Heerscharen über die Schöpfung und vor allem der Schlusschor „Singt dem Herren alle Stimmen“ könnten als Aufforderung für das neue Jahr gelten. Besonders auffallend war das gute Zusammenwirken mit dem Orchester in der Dynamik.

Kantor Manz gelang eine Aufführung aus einem Guss, die vom Publikum nach einem Moment der Stille begeistert beklascht wurde.

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