Mit Freude die Welt retten: Der Ökonom Alberto Acosta und die Grupo Sal im Kulturbahnhof

Mahner und Mutmacher aus Südamerika: Der Autor Alberto Acosta (links) mit dem Journalisten Thomas Pampuch. Foto: J. Hein

Kassel. Neu oder spektakulär war es nicht, was der Ökonom Alberto Acosta aus Ecuador seinem Publikum im Südflügel des Kulturbahnhofs zum Besten gab. Er referierte darüber, dass wir dabei sind, die Natur und die Welt und somit unsere Lebensgrundlagen zu zerstören. „Wir befinden uns in einer Zivilisationskrise“, so Acosta.

Sein Vortrag mit grafischen Darstellungen von CO2-Ausstoß und und Auswirkungen auf die Erderwärmung wirkte nicht originell. „Wir können nicht weitermachen wie bisher“, sagte er. Das wissen wir, oder?

Und doch war die Veranstaltung „Buen vivir - vom guten Leben - Über die Notwendigkeit nachhaltiger Lebensweisen“, zu der neben anderen der Förderverein Transition Town, das Kulturnetz und die Uni Kassel eingeladen hatten, eine rundum gelungene Sache, zu der 350 Gäste kamen. Nicht nur, dass Acosta in dem Vortrag, mit dem er sich auf Tournee befindet (Power-Point-Präsentation, ein Gespräch mit dem Journalisten Thomas Pampuch und Fragen aus dem Publikum) zunehmend zu Hochform auflief. Seine Bonmots wurden gehaltvoller, wenngleich er mehrfach sagte: „Ich gebe keine Rezepte für die Rettung der Welt.“ Der sympathische Ökonom und Linkspolitiker wurde dennoch nicht müde, die Bedeutung von Gemeinschaft und demokratischen Prozessen als das Wesentliche für ein besseres Leben für alle zu betonen.

Das Besondere des Abends begeisterte alle Anwesenden: Acostas Vortrag wurde von toller südamerikanischer Musik begleitet: Die sechsköpfige Grupo Sal spielte von Salsa bis Samba, indigene Lieder und Selbstkomponiertes. Die Südamerikaner (auch deutsche Musiker waren dabei) zeigten, dass Umweltbewusstsein und Lebensfreude kein Widerspruch sind. Buen virir – das gute Leben, bei dem trotzdem der Kopf eingeschaltet bleiben kann.

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