Freundlicher Geschichtenerzähler:

Ein netter Schotte mit Gitarre: David Knopfler im Theaterstübchen. Foto: Schachtschneider

Kassel. Ein Gründungsmitglied der Dire Straits in Kassel auf der Bühne zu haben, kommt auch nicht alle Tage vor. Und dann noch ein Familienmitglied der Knopflers. Das haben sich eine Menge Leute im ausverkauften Theaterstübchen nicht entgehen lassen. Augen zu - und heraus kamen die Dire Straits unplugged - zumindest gesanglich.

Leicht angeraut, manchmal gequetscht und kehlig klingt David Knopfler in seinem Folkpop-Programm. Erstaunlich die Ähnlichkeit in Stil, Tonlage und Timbre mit seinem älteren Bruder Mark. Es ist mittlerweile zwölf David-Knopfler-Alben her, dass die beiden zusammen den Megahit „Sultans of Swing“ eingespielt haben.

Jetzt ist der freundliche Schotte mit Geschichten aus dem Alltag und seinem stillen, versierten Partner an der Gitarre, Harry Bogdanovs, auf Tour in Deutschland. „Made in Germany“ heißt dann auch das letztes Jahr erschienene Live-Album, das eine Compilation aus unterschiedlichen Phasen seines Schaffens darstellt.

Leise, lyrisch und nachdenklich beginnt das Programm mit „Jericho“, der Geschichte eines sterbenden Soldaten, führt uns in die Härten des amerikanischen Alltags („Hard Times in Idaho“), um sich schließlich etwas elegisch mit den eigenen Gefühlen auseinanderzusetzen („Tears Fall“).

Kritisch, aber niemals böse zeigt sich der politische Knopfler in Songs wie „America“ und ein bisschen rockig bei „Easy Street“. David Knopfler hat einen eigenen Stil, der unprätentiös und leicht daherkommt. Es erstaunt dabei nicht, dass der Singer-Songwriter zudem Lyriker, Buchautor und von Hause aus Sozialarbeiter ist.

Knopfler ist kein Aufreger. Knopfler ist ein freundlicher Geschichtenerzähler. Das hat den Zuhörern gefallen. Ein schöner Abend mit zwei Zugaben.

Von Michael Lacher

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