Journalist, Autor und Friedensaktivist David Grossman ausgezeichnet

Friedenspreis nach Israel

Will Andersdenkende verstehen: David Grossman. Foto: dpa

FRANKFURT. Der Friedenspreis des Deutschen Buchhandels 2010 geht an den israelischen Schriftsteller und Journalisten David Grossman. Das gab der Börsenverein des Deutschen Buchhandels gestern bekannt.

Der 56-Jährige setze sich aktiv für die Aussöhnung zwischen Israelis und Palästinensern ein, heißt es in der Begründung des Stiftungsrats des Friedenspreises. „In seinen Romanen, Essays und Erzählungen versucht er, nicht nur die eigene, sondern immer auch die Haltung der jeweils Andersdenkenden zu verstehen und zu beschreiben.“

Weiter heißt es, Grossman gebe „dem schwierigen Zusammenleben eine literarische Stimme, die in der Welt gehört wird. Seine Bücher zeigen, dass die Spirale von Gewalt, Hass und Vertreibung im Nahen Osten nur durch Zuhören, Zurückhaltung und die Kraft des Wortes beendet werden kann“.

In seinem Hauptwerk „Eine Frau flieht vor einer Nachricht“ zeige Grossman die Bedeutung der Sprache für die Suche nach Identität und warne vor ihrer zunehmenden Militarisierung. Grossman setze sich in seinem in mehr als 30 Sprachen übersetzten Werk vor allem mit der Identität Israels und dem israelisch-palästinensischen Konflikt auseinander. Er beteiligt sich aber auch aktiv an der politischen Debatte um eine friedliche Lösung im Nahen Osten.

Grossman, der in einem Vorort von Jerusalem lebt, ist für sein schriftstellerisches Werk bereits mehrfach ausgezeichnet worden, unter anderem mit dem Geschwister-Scholl-Preis. Der mit 25 000 Euro dotierte Friedenspreis wird traditionell am Ende der Frankfurter Buchmesse im Oktober in der Paulskirche verliehen.

Der seit 1950 vergebene Friedenspreis gehört zu den wichtigsten Auszeichnungen in Deutschland. Zuletzt wurden der italienische Autor Claudio Magrtis (2009) sowie der deutsche Maler und Bildhauer Anselm Kiefer (2008) geehrt. (dpa)

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