Frisch, fröhlich, erdig: Dave Goodman und sein Trio im Schlachthof

Der kanadische Blues-Gitarrist Dave Goodman. Foto: Rödiger/nh

Kassel. Zumeist mit Schmackes kommen der Blues und die Folksongs des kanadischen Gitarristen und Sängers Dave Goodman und seines Trios rüber. Zu dem gehören auch die exzellenten Musiker Steve Baker (Mundharmonika) und Oliver Spanuth (Schlagzeug).

Am Donnerstag trat die Band im gut gefüllten Schlachthof auf. Rockiges Singer-Songwriter-Flair verströmt die Musik von Goodman und seinem Trio. Blues und Folk dominieren. Jazz bleibt zumeist Andeutung. Goodman ist nicht nur ein guter Sänger und erstklassiger Akustik-Gitarrist, der es liebt die Saiten zu zupfen statt nur anzuschlagen und auch wunderbar zwischen rockigen und klassischen Themen variieren kann.

Er ist auch ein Spaßmacher: „Wenn sie mich in Kanada besuchen wollen, immer geradeaus und an der ersten Ampel links.“ Ein anderes Mal flachste er: „Das Stück habe ich 1536 komponiert.“ Ausgedehnte Solopassagen gehören ebenfalls zu seiner Leidenschaft. Gefühlte zehn Minuten dauerten so manche Arrangements, weil Goodman und seine Bühnenkollegen da mit viel Leidenschaft bei der Sache sind – allesamt mit tollem Feeling und unglaublichen Rhythmusgefühl.

Ein spezieller Genuss waren die Soli von Harpspieler Steve Baker, dem Senior der Band. Riesig, was er aus dem kleinen Instrument rausholte. Europaweit wird er dafür gefeiert. Auch Schlagzeuger Oliver Spanuth darf man als Ausnahmekönner bezeichnen. Mal ist sein Spiel voller Dynamik, mal samtweich. Das Publikum bedankte sich mit lautem Zwischenapplaus. Mit „Georgia Lee“ bringt das Trio neben ihren Eigenkompositionen auch ein Stück vom amerikanischen Raubein Tom Waits. Eine Ballade. „Der schreibt wunderschöne Balladen, nur merkt man das nicht gleich, weil er so eine besondere Stimme hat“, flachste Goodman. Eine besondere Stimme hat Goodman auch, eine – wenn es um Balladen geht - besonders schöne.

Nach der Pause drehte sich der Wind in Richtung Blues. Auch den versteht das Trio meisterhaft zu intonieren, mit Riesenfeeling und, wie gehabt, mit mitreißenden Solopassagen. Lautstarker Beifall, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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