Stadt Kassel erinnert an 85. Geburtstag von Harry Kramer

Der Friseur aus Lingen

Filigranes Werk: Harry Kramer 1964 auf der documenta 3. Foto:  nh

Kassel. Er war Schauspieler, Tänzer, Puppenspieler, er drehte experimentelle Filme, und seine bewegten Objekte („automobile Skulpturen“) waren 1964 eine Attraktion auf der dritten documenta: Harry Kramer (1925-1997) wäre am kommenden Montag, 25. Januar, 85 Jahre alt geworden.

Mit einer Veranstaltung im Museum für Sepulkralkultur erinnert die Stadt Kassel am Freitag, 22. Januar, an den Künstler, der sich gern selbstironisch als „Friseur aus Lingen“ bezeichnete.

Denn Kassel fühlt sich Kramer in besonderer Weise verpflichtet - nicht nur, weil er ein einflussreicher, prägender Lehrer an der Hochschule für bildende Künste (der heutigen Kunsthochschule) war, der gemeinsam mit seinen Studierenden mit Performances und Aktionen Aufsehen erregte, und weil sein Nachlass in einem eigenen Harry-Kramer-Archiv im Aschrotthaus (Oberste Gasse) in Kassel beherbergt ist und vom documenta-Archiv betreut wird.

Kramer war vor allem auch Initiator der Künstlernekropole im Habichtswald. Am Blauen See, einem stillgelegten Steinbruch am Stadtrand nahe dem Bergpark Wilhelmshöhe, haben bislang acht Künstler zu Lebzeiten ihre eigenen Grabmale errichtet und das Versprechen gegeben, sich dort bestatten zu lassen. Finanziert wird die Nekropole durch eine Stiftung, die aus Kramers Privatvermögen hervorging. Auch er selbst wurde dort beigesetzt.

Die Gedenkveranstaltung beginnt am Freitag mit einer Führung zur Künstlernekropole (Treffpunkt 11 Uhr, Parkplatz „Bergfreiheit“, Ahnatalstraße). Um 15 Uhr hält Manfred Schneckenburger, 1977 und 1987 künstlerischer Leiter der documenta, im Sepulkralmuseum einen Vortrag „Harry Kramer zu Ehren“. Anschließend werden vier Filme Kramers gezeigt: „Sackgasse“ (1963), „Die Stadt“ (1956), „Die Schleuse“ (1961) und „Aufzeichnungen“ (1965). (vbs)

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