Fröhliche Teufel: Das Musical „The Black Rider“ im Bergpark

Pakt: Wilhelm (Peter Elter, von links) besiegelt sein Schicksal mit den Stelzfüßen (Bernd Hölscher, Enrique Keil, Alexander Weise, Aljoscha Langel, Sebastian Klein, Jorys Zegarac ), Onkel (Franz Josef Strohmeier) und Ringer (Evangelos Poulinas). Foto: Fischer

Ein Teufel reicht nicht aus, schließlich nehmen auch im wahren Leben diabolische Versuchungen viele Gesichter an: In der Neuaufnahme des Musicals „The Black Rider“, inszeniert von Regisseur Patrick Schlösser, führen die sechs Stelzfüße Bernd Hölscher, Enrique Keil, Alexander Weise, Sebastian Klein, Jorys Zegarac, Sebastian Klein und Aljoscha Langel den liebestollen Wilhelm (Peter Elter) in Versuchung.

Das Stück wurde am Freitag vor der malerischen Kulisse des Bergparks vom Kasseler Staatstheater wiederaufgenommen.

Video: Das Stück Black Rider

Wie in einem Amphitheater nehmen die Zuschauer rund um die Bühne Platz, der offene Vorhang gibt den Blick auf den Herkules frei. In der dem Freischütz nachempfundenen Geschichte von Tom Waits, William S. Burroughs und Robert Wilson verliebt sich Wilhelm in Käthchen (Christina Weiser), er kann sie aber nur bekommen, wenn er ihren Vater Bertram (Uwe Steinbruch) von seinen Jagdkünsten überzeugen kann.

Sechs Teufelsfiguren umgarnen Wilhelm, der siebte Teufel Thomas Meczele konnte aus gesundheitlichen Gründen nicht auftreten. Wilhelm bekommt von ihnen Kugeln, mit denen er alles trifft.

Die Aufführung lebt auch von den kleinen Rollen. Drei kaugummikauende Huren (Brea Cali, Léa Tirabasso und Styliani Zannou) verleihen dem Stück einen verruchten Touch.

Massa Sakano und Breanna O’Mara mimen mit starrem Blick zwei verrückte Frauen. Maasa Sakano schlüpft in die Rolle des unerlegbaren Hirsches, mit Wildkopf auf zwei Gewehren gestützt (Kostüme: Ulrike Obermüller), humpelt sie durch die Kulisse.

Perfekter als die Löwenburg hätte der Ort für die Aufführung von „The Black Rider“ (Bühne: Daniel Roskamp) nicht sein können. Das reife Käthchen leidet und hofft gekonnt. Während Wilhelm um ihre Liebe kämpft, hüpfen die Irren, Huren und Stelzebuben unbeschwert durch die Grünflächen am Fuße des Herkules.

Charme gewinnt das Musical daraus, dass die Schauspieler keine ausgebildeten Sänger sind. So entgleist Kätchens Mutter Anne (Eva-Maria Keller) die Stimme nach oben – in wunderbarer Manier einer besorgten Frau. Franz Josef Strohmeier trägt das Stück „November“ melancholisch vor. „The Last Rose of Summer“ feiern die Beelzebuben fröhlich trällernd ihren Triumph.

Ein Augenschmaus sind die Choreografien von Michael Langeneckert besonders wenn das ganze Ensemble wie in „Russian Dance“ verrückt spielt. In einer diabolischen Szenerie verausgaben sich die Schauspieler in der einzelnen Sekunde des Stücks.

Von Claudia Schittelkopp

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