Die Theatergruppe Irrlichterpp begeisterte mit ihrem Stück über eine Rateshow im Kunstverein

Wo der Frosch die Locken hat

Hier geht es auch handgreiflich zu: Das Ensemble Irrlichterpp beim Auftritt im Kunstverein. Foto: Fischer

Kassel. Zumeist sind TV-Rateduelle ziemlich verschmuste Veranstaltungen. Man entwickelt einen gewissen Ehrgeiz und gibt alles. Aber man rastet nicht aus, wird nicht handgreiflich, pöbelt sich nicht an. Doch bei dem Bühnenstück „Der Cup der guten Hoffnung“, einer Produktion des Kasseler Inklusionstheaters Irrlichterpp, ist alles anders. Bei der ausverkauften Veranstaltung am Freitagabend beim Kasseler Kunstverein im Seitenflügel des Fridericianums ging es recht deftig zur Sache. Schon bei der Videopräsentation der beiden Teams konnte einem angst und bange werden.

Die Kneipenmannschaft von Theken-Matrone Moni (Hanne Schön) präsentierte sich als trinkfeste Equipe, die jedem, der nicht spurt, schnell mal zeigt, wo der Frosch die Locken hat. Zum Team gehörte der gewiefte Rollifahrer Theodor (Samson Hornbostel), das schüchterne Superhirn Karl-Günther (Christian Gradic), die kränkliche, aber resolute Myrte (Yvonne Schneider) und der gutmütige Metalhead Peter (Jayson Liebelt), der sich auch gleich zu Beginn der Show als brillanter Metallica-Interpret in Szene setzte. Doch Kopf der Gang war eindeutig Jenny (Inga Lowitzki). Sie hatte die lauteste Stimme, befehligte die strategischen Schachzüge und lieferte sich harte Boxkämpfe mit dem Mucki-Macho Sven (Viola Rahmann mit Schnurrbart) von der Mannschaft Kleingartenverein. Die hatte mit der hoch aufgeschossenen Marion (Nina Israng), ihrer etwas bänglichen Schwester Laura (Meridona Aloci) und dem Waldorfschulen-Tänzer Jens-Olaf (Jaschar Sahl) eher die neurotische und verweichlichte Fraktion an Bord.

Doch der resolute „Bio-Nazi“ Jana (Sylvia Hempelmann) und der schon erwähnte Aufräumer Sven brachten Wettkampfhärte ins Team. So wurde sich munter durch die skurrilen Aufgaben eines Off-Moderators gemogelt. Nach einer Liebesgeschichte à la „West Side Story“, mehreren Betrugsversuchen und weiteren Musikstücken endete das Ganze unentschieden.

Alle Akteure, ob mit oder ohne Beeinträchtigung, zeigten eine tolle Performance und man kann die Arbeit von Regisseur Tobias Krechel, den Initiatoren Nina Israng und Yvonne Schneider und dem ganzen Ensemble nicht hoch genug bewerten. Großer und lang anhaltender Applaus.

Von Andreas Köthe

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