Zum Verlieben schön: Die Duos Entre-Nous und Freeplay:

Chansons im Schlachthof: Frühling zieht ein neues Soundkleid an

Zwei Duos traten im Schlachthof auf: Thorsten Seydler (Entre-Nous), Suba Sankaran, Dylan Bell (Freeplay) und Ghislaine Seydler (Entre-Nous). Foto: Schachtschneider

Kassel. Während draußen Biergartentemperaturen herrschten, wurde am Sonntagabend im Saal des Kulturzentrums Schlachthof der sanfte, versprechende Charme des Frühlings versprüht. Und mit was für einer Stimme.

Lauscht man der Französin Ghislaine Seydler, könnte man meinen, Amors Pfeil sei als Gesang unterwegs. Zum Verlieben schön.
Ghislaine ist Herz und Stimme des Duos Entre-Nous, ihr vielseitiger Bühnen-Partner Thorsten Seydler der Kopf, der Rhythmus und der Spaßvogel.

Französische Chansons von Serge Gainsbourg, Edith Piaf, Camille, mal in klassischer, mal in moderner Version, umschmeichelten die Ohren des Publikums. Ghislaine übersetzte, um was es geht. Nicht immer leicht, wenn Deutsch nicht die Muttersprache ist: „Es geht um alle diese kleinen Nichts. Ach, das ist schwer auszudrücken.“ Leichter hatte sie es bei den anderen Stücken. Da schillerten Sterne über einem See, strahlte der Frühling, gab es ein „Abschiedslied von Gainsbourg“. Thorsten Seydler begleitete die Stücke sehr einfühlsam auf dem Keyboard oder dem Akkordeon und sorgte mit seiner „Mouthpercussion“ für gelungene rhythmische Akzente.

Stimmakrobaten aus Kanada

Die kanadische Formation Freeplay hatte zuvor einen Workshop angeboten. Das Duo hatte eine völlig andere Ausstrahlung. Die ausgezeichneten Stimmakrobaten, die Inderin Suba Sankaran und der Kanadier Dylan Bell, sorgten mithilfe einer Loop-Station für die Illusion, eine Band stehe auf der Bühne. Bis zu acht Stimmen nehmen sie auf, ebenso Percussionelemente, die sie ihrerseits imitieren. Auf Knopfdruck wiederholte das Aufnahmegerät das Ganze beständig und legte so den Teppich für großartige Arrangements.

Ohrwürmer, Peter Gabriels „Mercy Street“ oder Michael Jacksons „Butterflies“, bekamen ein völlig neues Soundkleid. Gleiches galt für Jazzstandards wie für indische Folklore.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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