Die A-cappella-Comedy-Formation „Echte Kerle“ sorgte im Kaufunger Stiftshof für Stimmung

Fünf sonnige Spaßkehlen

Sie sparten nicht mit Selbstironie: Die „Echte Kerle“ mit (von links) Björn Schmidt, Marko Moeller, Peter Scholz, Dr. Axel Fink und Frank Lötzer beim Kaufunger Stiftssommer. Foto: Schachtschneider

Kassel. Erst Public Viewing, dann Public Hearing. Zunächst begeisterten am Sonntagnachmittag elf echte Kerle im DFB-Dress Fußball-Deutschland. Wenig später folgten fünf, ihres Zeichens A-cappella-Musiker mit Lehramt-Background, die 400 Besucher im malerischen Stiftshof in Oberkaufungen zum Jubeln brachten.

Die fünfköpfige Formation „Echte Kerle“ weiß, wie man Stimmung macht. Genau genommen sind sie mehr Spaß- denn professionelle Singvögel, mehr Comedy-Boyband als Sängerknaben, doch auch das wird zwerchfellgerecht aufgearbeitet: „Als wir uns zum ersten Mal auf CD hörten, wussten wir, wir brauchen etwas, um von unserem Gesang abzulenken.“

Zu viel der Bescheidenheit. Die fünf sympathischen Bühnenkasper haben den Gesang nicht erfunden, doch in Verbindung mit ihren ironischen Texten, ihren Tanzversuchen und den eingängigen Refrains ihrer Lieder wird ein kompaktes Unterhaltungspaket daraus.

Hinzu kommt die Moderation. Peter Scholz ist dafür zuständig. Locker, flüssig und mit grinsendem Charme macht er das und überzeugt auch als Animateur. Im Handumdrehen wird aus dem Publikum ein gemischter Chor. Das Programm hat mit dem Titel „Damensauna“ so viel zu tun wie Italien derzeit mit einem WM-Sieg, aber es punktet um einiges mehr. Zeitgemäß wird da ein WM-Lied eingebaut: „54, 74, 90, 2010 werden wir Weltmeister sein“, gefolgt von „Hurra“ von den Ärzten.

Der Rest ist Selbstgebackenes: Echte-Kerle-Trüffel mit Musik, Schadenfreude und gelungener Satire. Was macht man am besten während eines Verkehrsstaus? „Bier verkaufen für Euro 8. Wer das Bier hat, hat die Macht.“ Ein anderes Lied nimmt Kassels Ex-Oberbürgermeister Lewandowski aufs Korn, weil der vor Jahren ihr Kassel-Lied links liegen ließ: „Das hat dazu beigetragen, dass er die Wiederwahl nicht gewonnen hat.“

Beifall auch für die Parodie mit einem Howard Carpendale Marke Echte Kerle. Zum Ende kamen zwei Besucherinnen auf die Bühne, die den bekennenden „Bewegungs-Legasthenikern“ als Vortänzerinnen dienen sollten. Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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