Die Band Sidewinder Lounge mit Gästen im Theaterstübchen

Funkige Akzente

Dicht gedrängt auf der Bühne: Sängerin Jil Christin Klier (links), Thomas Tkacz (Tenorsax) und Christine Paulus (Altsax). Foto: Socher

Kassel. Noch heute streiten Fachleute darüber, ob der Jazzpianist Bill Evans oder sein berühmter Bandkollege Miles Davis Komponist der beliebten Jazzballade „Blue in Green“ ist. Nur die wenigsten wissen allerdings, dass dieser Titel vor der Studioaufnahme des legendären Albums „Kind of Blue“ noch gar nicht existierte.

Dabei hätte man Dienstagabend dem abwechslungsreichen Programm der Kasseler Band Sidewinder Lounge, in Anlehnung an deren gelungene Interpretation des Titels, durchaus auch das Motto „Funk in Jazz“ geben können. Beispielsweise wenn Bassist Manuel Groh dem Jazzstandard „It Don’t Mean a Thing“ durch gekonnte Slaptechnik funkige Akzente verlieh.

Besonders Sängerin Jil Christin Klier bewies nicht nur bei diesem Titel ihr enormes Talent. Wirkungsvoll setzte sie ihre ausdrucksvolle Stimme bei den Titeln, die vom Jamie Cullum-Song „Get your Way“ bis zu Bobby Troups Blueshit „Route 66“ reichten, ein. Auch wenn man an Kliers perfekter Intonation und souveräner Vorstellung kaum etwas kritisieren konnte, war es dennoch schade, dass sie einige Titel nicht auswendig sang.

Gar nicht so einfach war es an diesem Abend, auf der Bühne überhaupt einen freien Platz zu finden, da das Jazzquintett mit drei externen Instrumentalisten verstärkt wurde. Keyboarder Andreas Viereck stach mit glänzendem Gespür für Sounds und einer breiten Palette unterschiedlicher Spielstile heraus. Doch auch Altsaxofonistin Christine Paulus überzeugte mit gelungenen Soli, die ihr Sonderapplaus des begeisterten Publikums im fast ausverkauften Theaterstübchen einbrachten.

Zusammen mit Fabian Haller (Posaune), Thomas Tkacz (Tenorsaxofon) und Gastmusiker Gerd Hemmen (Tuba) war sie Teil eines klanggewaltigen Bläsersatzes, dem es auch nicht an der nötigen rhythmischen Präzision fehlte. Ebenso exakt auch das Spiel von Schlagzeuger Tobias Schulte und Gitarrist Frank Matthäus.

Von Sebastian Krämer

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