Es funkte ohne Ende: Saxofonist Maceo Parker ließ das Kulturzelt schwitzen

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Elegant in jeder Beziehung: Maceo Parker beim Auftritt im Kasseler Kulturzelt.

Kassel. Wenn der verstorbene und selbst ernannte Godfather of Soul, der große James Brown, seinen legendären Imperativ „Blow your horn, Maceo“ ins Mikro stöhnte, wusste jeder, was die Stunde geschlagen hatte: Altsaxofonist Maceo Parker würde nun zielsicher eines seiner expressiven Soli punktgenau in jene Gehirnregionen abschießen, wo die Tanzwut ausgelöst wird.

Auch 45 Jahre später gelingt dies dem eleganten Anzugträger immer noch scheinbar mühelos, wie jeder der begeisterten Besucher des fast ausverkauften Kasseler Kulturzeltes am schwülen Samstagabend feststellen konnte.

Kongenial abgefedert durch seine traumwandlerisch sicher agierende Band spulte der Großmeister des Funk ein zweieinhalbstündiges Programm ab, das bei den Liebhabern dieser Musikrichtung kaum Wünsche offen gelassen haben dürfte. Eine Lehrstunde in puncto Dynamik und Stil. Superexakte, synkopierte Grooves von Maceos Neffe und Drummer Marcus Parker und Bassmann Rodney „Skeet“ Curtis, solistisch veredelt durch den relaxten Dennis Rollins (Posaune), Will Boulware (Keyboards) und Bruno Speight (Gitarre).

Martha High und Darliene Parker setzten zusätzliche Highlights durch ihre Vokaleinlagen, z. B. mit „Stand By Me“. Maceo Parker selbst übernahm den Leadgesang mit Hommagen an James Brown und Ray Charles.

Natürlich durfte der schweißtreibende Knaller „Shake Everything You Got“ nicht fehlen - jeder wäre enttäuscht gewesen, wenn er nicht gekommen wäre. Überraschend kam eine Version von Sly Stones „Sing A Simple Song“ daher. Eben der Devise „Make it funky“ entsprechend. Statt Zugaben gab es Autogramme und Händeschütteln im Publikum.

Von Wolfgang Wollek

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