Ein magischer Abend: Christina Lux und Anna Depenbusch waren im Kulturzelt zu Gast

Gänsehaut im Liebeskarussell

Zart, zärtlich, Christina Lux: Die Sängerin machte den Auftakt beim Konzertabend im Kulturzelt.

Kassel. Bühne frei für viel Gefühl – und das im Doppelpack. Zuerst Christina Lux, dann Anna Depenbusch streichelten sich am Donnerstagabend im fast ausverkauften Kulturzelt in die Herzen des Publikums.

Kleine Differenzierung in Bildern: Wäre Christina Lux in einer Regenwolke zu Hause, sie würde sich darin wohl einkuscheln, mit ihr einige Tränentropfen weinen und ein wunderschönes Lied darüber schreiben. Gleiches gilt für Anna Depenbusch, doch der gefühlskessen Künstlerin aus Hamburg würde man noch anderes zutrauen. Zum Beispiel, dass sie von dort kleine, mit Wasser gefüllte Ballons zur Erde schmeißt, dabei die Zunge rausstreckt und jeden Treffer mit einem frechen „Ahoi“ bejubelt.

Beide Künstlerinnen begeisterten das Publikum. Den Auftakt machte Christina Lux. Man kann nur schwelgen über ihre Musik und über ihre samtig dunkle Stimme - aber auch über ihre Begleiter. Zum Beispiel Stefan Emig. Spielte er Schlagzeug? Nein. Er zelebrierte es, streichelte, tupfte und brachte seine Klangkörper zum Erzählen.

Das Gleiche gilt für den bemerkenswerten Gitarristen Reentko. Beeindruckend, mit wie wenig Mitteln er Magie erzeugte. Das Zusammenspiel der drei funktionierte grandios. Und die bluesgefärbten Stücke? Zart, zärtlich – Lux. Mit dabei: „Arms wide open“. Auch Lieder vom neuen Album, an dem sie „seit gefühlten 33 Jahren arbeitet“, stellte sie vor. „Manchmal gibt es Zeiten, da braucht man etwas, das die Seele wieder farbig macht“, sagte sie und meinte ihre Musik. Das Publikum bedankte sich dafür lautstark.

Zwischen Extremen

Nach der Pause: Anna Depenbusch. Die mit Pop-Rock, Walzer, Chanson und einer Prise Jazz garnierten Lieder der 33-Jährigen sind Gefühlsskizzen einer Frau, die gern zwischen den Extremen pendelt. Ihre Bühnenaura ist eine Art Schnittmenge aus Pippi Langstrumpf und Edith Piaf. So kess und frech, wie auch melodramatisch gefühlvoll.

Beim rockig gefärbten „Wir sind Hollywood“ zeigt sie kraftstrotzendes Selbstvertrauen, bei „Tanz mit mir“ die burschikose Melancholikerin. „Über die Liebe singe ich am liebsten“, bekannte sie und machte daraus ein Karussell ohne Sicherheitsgurte: „Ron liebt Ronja, doch manchmal schläft er auch mit Sonja.“

Viel Lob gebührt auch ihren musikalischen Begleitern: Ulrich Rode (Gitarre), Oliver Karstens (Bass), Martin Engelbach (Percussion) und der vielseitigen Anne de Wolf (Geige, Akkordeon, Posaune). Getrampelter Applaus und eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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