Gags zur Nutella-Orgie

Horst Lichter kalauerte und kochte in Kasseler Stadthalle

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Gibt die Rampensau: Horst Lichter beim Auftritt in Kassel.

Kassel. Als der legendäre Schweizer Schlagersänger Vico Torriani einst seine Kochkünste mit Gesang würzte, hätte sich niemand träumen lassen, dass Fernsehköche einmal ganze Hallen füllen würden.

Koch-Shows sind mittlerweile ein Erfolgsrezept der TV-Unterhaltung. Horst Lichter, Markenzeichen Frohnatur mit strammem Kaiser-Wilhelm-Zwirbelbart, gehört zu den Stars dieser Szene.

Mit seiner Show „Jetzt kocht er auch noch!“, gastierte der 51-Jährige, der schon die Preise Bartträger und Pfeiffenraucher des Jahres bekam, am Samstag in der bestens gefüllten Kasseler Stadthalle. Wer Koch-Shows nur vom Hörensagen kannte, dürfte angenehm überrascht gewesen sein. Was der bekennende Motorradfan, der in den 90er-Jahren das Restaurant Oldiethek ohne Speisekarten und nur für Freunde, führte, auf die Bühne brachte, war weniger eine Koch-, denn eine gelungene Comedy-Show.

Horst Lichters Gerichte und deren Entstehung waren eigentlich nur die Zulieferer für seine Gags, Sprüche und Kalauer, die beim Publikum bestens ankamen. Ob Lichter am Salat mit Lachs, an Schaumspeisen oder Kalbsrücken werkelte, jeder Handgriff, jedes Gewürz, jede Zutat oder Küchenapparatur machte er zum Schmaus für das Zwerchfell: „Quark? Wie das schon klingt. Vergleichen sie es mal mit Paaarmaaschinken – Aahh.“ Baguette? „Das hat Rillen, damit man es links wie rechts unter dem Arm tragen kann.“

Auch das junge Publikum übersah Lichter nicht. „Ist ein Kind hier?“ Ein Zehnjähriger meldete sich. Lichter bereitet ihm ein „Lombardisches Haselnusspesto“ zu. Anders gesagt: Er höhlte einen Brotlaib aus und füllte ihn bis zum Rand mit Nutella.

Wie zu erwarten, reichte Lichter seine kulinarischen Kreationen an die Besucher weiter. Einige schnabulierten am festlich gedeckten Tisch auf der Bühne, andere auf ihren Plätzen. Zum Abschluss gab sich Lichter ganz menschlich: „Es gibt so viele alte Menschen, die einsam sind. Was sollen wir denen sagen? Es lohnt zu leben.“

Fazit: Ein komödiantisches Naturtalent und menschliches Original. Viel Applaus.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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