Die Klasse 8a der Waldorfschule zeigte Theaterstück über das Leben unter dem NS-Regime

Galgenhumor unterm Hakenkreuz

Kassel. Berlin 1933 - die Nazis beginnen, ihr grausames Machtinstrument aus Hetze und Propaganda auszubreiten. Mittendrin die elfjährige Inge Deutschkron, Tochter eines jüdischen SPD-Mitgliedes. Wie sie die Zeit bis 1945 erlebt und überlebt hat, damit beschäftigte sich die Klasse 8a der freien Waldorfschule im Theaterstück „Ab heute heißt du Sara“ unter der Regie von Dörte Jahn-Schiller.

Das Stück von Volker Ludwig und Detlef Michel basiert auf dem autobiografischen Bericht von Inge Deutschkron „Ich trug den gelben Stern“. Die Schüler empfanden auf beeindruckende Weise nach, wie die Menschen im Nazi-Deutschland gelitten haben.

„Ab heute heißt du Sara“, sagt der Polizeibeamte und stempelt ein großes „J“ in den Ausweis. Nachdem Inges Vater ins Ausland geflüchtet ist, schlägt sie sich mit ihrer Mutter durch die Wirren des Weltkrieges in Berlin.

Die Umsetzung des schwierigen Stoffes kann sich sehen lassen. Zeit, Ort und Handlung wirken authentisch und zeugen von einer intensiven Auseinandersetzung mit der Materie. Berliner Dialekt und Galgenhumor werden überzeugend wiedergegeben. Vor einer Kulisse aus beweglichen Wänden findet ein schneller Szenenwechsel zwischen drinnen und draußen statt. Zusätzlich zur Originalvorlage werden eigens komponierte Lieder (Johan de Wit) gesungen und sorgen für eine runde und aussagekräftige Theateraufführung.

Von Kirsten Ammermüller

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