Der Kasseler Rapper Jaison Burn hat sein erstes HipHop-Album auf dem Markt

Rapper Jaison Burn aus Kassel: "Ghetto-Gehabe ist nicht mehr angesagt" 

Wartet auf den Durchbruch: Der Kasseler Rapper Jaison Burn, der sein erstes Album produziert hat. Foto: nh

Gestatten: Burn, Jaison Burn. Eigentlich Igor Kamens, aber das ist eine andere Geschichte. Eine Drogengeschichte. Mehr braucht man nicht zu sagen. Jaison Burn ist ein Rapper aus Kassel und hat gerade sein Album „Heute wie gestern“ auf den Markt gebracht.

Fünfzehn Tracks. Gangsterrap? Nein, Storytelling. „Ich versuche, mit meiner Geschichte zu überzeugen“, sagt Jaison Burn. Er ist auch kein Freestylerapper. Ein Poet unter den Rappern? Könnte man annehmen. Mit Gangsterrap jedenfalls könne man kein Geld mehr verdienen. „Das dumme Ghettogehabe ist nicht mehr angesagt“, erklärt er im Song „Acht Jahre Rap“.

Leben und verschiedene Gedanken „ficken“ ihn. Dies hört man in mehr als einem Song. Repetition verstärkt die Botschaft seiner Lyrik. Und wenn „die Staatsgewalt einen niederboxt“, bleibt einem nur, „Bomben auf die Beats“ zu hauen. Eine Metapher, die verdeutlicht, dass Jaison Burn den Weg der Musik gewählt hat, um sich in der Gesellschaft zurechtzufinden, Anerkennung zu erfahren und seine persönlichen Probleme zu verarbeiten.

Friedlicher Vertreter

Im Song „Job um Job“ erzählt er, wie es ihm nicht gelang, eine für ihn geeignete Arbeit zu finden, und dass er „drauf geschissen“ hat, als er einen Job im Supermarkt verlor, nur weil er den Sommer über der Arbeit fern blieb.

Festzuhalten bleibt, dass der Stilunterschied zwischen Gangsterrap und Storytelling sicher nicht in der mehr oder weniger vulgären Sprache liegen kann. Und zur Entschuldigung von Jaison Burn kann man sagen, dass er im Intro seines Albums bekennt, „nie erwachsen“ zu werden.

Er zählt aber zu den friedlichen Vertretern seiner Musikrichtung. „Ich disse niemanden. Mir geht es nur um meine Musik“, sagt Jaison Burn. Dabei ist alles erlaubt, wie der 26-Jährige erklärt, der im Sicherheitsdienst arbeitet, da er von seiner Musik (noch) nicht leben kann.

Jeder soll leben, wie er will

Die Botschaft von Jaison Burn in einem Satz: „Jeder soll leben, wie er will.“ Recht hat er. Und das kann man gut ohne Gangsterrap oder Storytelling. Ob er das nun glaubt oder nicht, ist auch egal, denn er „scheißt“ auf andere Meinungen, wie er im Song „Bin, was ich bin“ klarstellt. Wer jedoch auf diese Musik steht, kann mal reinhören, denn professionell produziert ist sie. Der Rap ist mit computergemixten Beats unterlegt. Das war es dann aber auch. Eingängiger Rap geht anders. Aber jeder soll hören, was er will.

Jaison Burn: Heute wie gestern (Fachwerk-Studios.de). Wertung: *!*!:::

Von Florian Quanz

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