Ganz große Kapelle: Debütalbum der Kasseler Soul-Sängerin Nicole Jukic

Große Stimme mit viel Soul: Die Kasseler Musikerin und Kunstpreisträgerin Nicole Jukic (24). Foto: Christe / nh

Kassel. Um ans Ziel zu kommen, ist Nicole Jukic kein Weg zu weit. Für ihr Debütalbum wollte die Kasseler Musikerin unbedingt mit dem Soundmixer Christian Lohr zusammenarbeiten, der in seinem Studio im niederbayerischen Abensberg bereits Hits der Italienerin Gianna Nannini und der britischen Soul-Sängerin Joss Stone veredelte.

Es ist nicht ganz leicht, an Lohr ranzukommen. Jukic probierte es hier und da, und dann schrieb sie sogar eine Mail an die legendären Londoner Abbey-Road-Studios, in denen Lohr ebenfalls schon tätig war. Auch dort konnten sie der 24-Jährigen aus Kassel nicht weiterhelfen, aber letztlich haben sie doch zusammengefunden.

Auf „Free“ ist der prominente Gastmusiker Lohr an den Keyboards und dem Wurlitzer-Piano zu hören. Auch sonst sind die 13 Songs zwischen Soul, R’n’B, Pop und Jazz ein ungewöhnliches Albumdebüt einer Sängerin, die gerade erst ihr Lehramtsstudium fertig hat und sich nun auf die musikalischen Pfade großer Vorbilder wie Stone und Adele begibt.

An diesem Donnerstag stellt Jukic die CD mit 18 Musikern im großen Saal der Kasseler Waldorfschule vor. Neben ihrer fünfköpfigen Band werden auch ein Streicherquartett, Bläser sowie ein Backing-Chor zu hören sein. Es ist sozusagen die ganz große Kapelle. Auch musikalisch ist der Künstlerin mit kroatischen Wurzeln kein Weg zu weit. „Glaube an dich und die Dinge, die du machst“, singt sie in „Faith“.

Die stimmgewaltige Jukic glaubt fest an sich. Sonst hätte sie nicht seit November an ihrem opulenten Debütalbum gearbeitet. Kurz zuvor hatte sie den mit 7500 Euro dotierten Kasseler Kunstpreis der Dr.-Wolfgang-Zippel-Stiftung bekommen. „Ohne den Preis hätte es die CD so nicht geben können“, sagt Jukic, die nun alles auf die Musik setzt.

Sie spielt gleich in mehreren Formationen, unterrichtet nebenbei als Gesangslehrerin an der Hegelsbergschule sowie in Guxhagen und nutzt jede Kontaktmöglichkeit mit anderen Künstlern. Was sie bei der Arbeit mit dem Soundtüftler Lohr gelernt habe, hätte ihr kein Studium beibringen können, sagt sie.

Zuletzt nahm sie am Berliner Talentwettbewerb „Troubadour“ für Singer/Songwriter teil. Im international besetzten Finale wurde sie Zweite. Andere würden das groß als Schlagzeile auf ihre Webseiten setzen. Von der bescheidenen Jukic erfährt man es jedoch nur, wenn man nachfragt.

Es passt ins Bild, dass sie sich mit „Free“ nicht nur selbst beschenken will, sondern auch etwas weitergeben möchte: 99 Cent jeder verkauften CD gehen an die Hilfsorganisation Oxfam und den Mädchenbus Nordhessen.

Nicole Jukic und Band: Donnerstag, 20 Uhr, Waldorfschule. Das Album „Free“ gibt es bei Fingerz, Entenanger 2, und unter www.nicolejukic.de

Von Matthias Lohr

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