Ganz schön stark: Gangsta-Rapper Kollegah bricht alle Rekorde

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Er hat den Größten: Der Bizeps von Gangsta-Rapper Kollegah ist beeindruckend. Als erster Deutscher hat es der 29-Jährige, der eigentlich Felix Blume heißt, in den weltweiten Album-Charts des Streamingdienstes Spotify auf Platz eins geschafft.

Als der Gangsta-Rapper Kollegah in die Pro-7-Show „Circus Halligalli“ geladen war, wusste Moderator Klaas Heufer-Uvatermlauf nicht, ob es der Gast überhaupt auf seinen Platz schafft. Kollegah ist erfolgreicher Fitnessunternehmer.

„Bosstransformation“ nennt sich das Zwölf-Wochen-Programm, das man für 149 Euro buchen kann. Mit Krafttraining, Proteinen und Disziplin wird aus jedem Spargeltarzan ein Stiernacken.

Nur die Beine trainieren Kollegah und seine Anhänger nicht. Der Rapper hat es auf seinen dünnen Beinchen dann aber doch geschafft, seinen Muskelberg vor die Kamera zu bewegen. Dort gab er noch mehr Fitnesstipps. Zum Beispiel: Niemals Salat essen, das lässt den Bizeps schrumpfen.

Kollegah hat derzeit den Größten im deutschen Pop - und damit ist nicht nur der Oberarmumfang gemeint. Mit seinem sechsten Album „King“ bricht der 29-Jährige alle Rekorde. Bereits nach 24 Stunden hatte es Gold-Status. Nach einer Woche waren mehr als 160.000 Einheiten verkauft - das hat seit 2004 niemand geschafft. Beim Streamingdienst Spotify eroberte „King“ sogar Platz eins der weltweiten Album-Charts. Echt stark.

Für Felix Blume, wie Kollegah eigentlich heißt, ist es der vorläufige Höhepunkt einer ungewöhnlichen Biografie. Der Sohn einer Deutschen und eines Franko-Kanadiers wuchs im Hunsrück auf, dealte mit Drogen, um seine alleinerziehende Mutter zu unterstützen, und studiert in Mainz Jura. Er steht kurz vor dem Examen.

„Zuhälter-Rap“ nannte er früher seinen Stil. Auch auf „King“ rappt Kollegah zu pumpenden Beats genretypische Metaphern („Ich fick dich mit der Pumpgun“). Dabei will er nur spielen. Die Texte handeln davon, dass es besser ist, breite Schultern zu haben als vom Kiffen breit zu sein. In „Universalgenie“ vergleicht er sich mit Leonardo da Vinci. Zudem nennt er sich „Boss der Bosse“.

Das Label Selfmade Records, bei dem Kollegah unter Vertrag ist, inszeniert ihn als intellektuellen Gangsta-Rapper, den auch Studenten gut finden. HipHoppern wie Bushido ist Kollegah handwerklich um Lichtjahre voraus. Mit seinem extrem schnellen Doubletime-Rap schafft er mehr als 800 Wörter in fast vier Minuten - das sind 9,27 Silben pro Sekunde. Solche Zahlen beeindrucken auch Gast-Stars wie Casper und Game, die auf „King“ dabei sind.

Kollegah ist der Hochleistungssportler unter den Rappern. Mit seiner ironischen Überhöhung übersetzt er das olympische Motto „Schneller, höher, stärker“ für die Jugend von heute. Der erste Wettkampf, den Blume gewann, war ein Malwettbewerb der Sparkasse Simmern über „Märchen, Mythen und Sagen“. Mit großer Klappe arbeitet er nun an seinem eigenen Mythos.

Kollegah: King (Selfmade Records). Wertung: vier von fünf Sternen 

6. Oktober, 20 Uhr, Musiktheater Kassel, Angersbachstr. 10, Restkarten: 0561/203-204. 

Von Matthias Lohr

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