Lichtenberg-Schule spielte Max Frischs „Biografie:(K)ein Spiel“

Ganz starkes Theater

Boten Spannung und Atmosphäre: Die Schauspieler (von links) Melina Kelterborn, Anna Herfurth und Moritz Küchler. Foto: Fischer

Kassel. Was wäre, wenn der Mensch eine Entscheidung noch einmal überdenken und dann anders handeln könnte? Wie würde sich die Biografie verändern? Diese Fragen beschäftigten Max Frisch für das 1968 uraufgeführte Stück „Biografie: Ein Spiel“.

Die Thematik faszinierte auch die Schüler des Kurses Darstellendes Spiel der Jahrgangsstufe 13 der Georg-Lichtenberg-Schule. Die Premiere unter der Leitung von Markus Strube wurde am Donnerstag lautstark beklatscht.

Hannes Kürmann hat Krebs und nicht mehr lange zu leben. „Spielleiter“ bieten ihm an, die wichtigsten Fehlentscheidungen in seinem Leben rückgängig zu machen. Kürmann wünscht sich ein Leben ohne seine zweite Frau Antoinette. Die Zeit wird zurückgedreht, doch alles bleibt beim Alten: Wieder heiratet er die Frau, die er gar nicht liebt.

Auch andere Korrekturversuche scheitern, weil jede Veränderung des Lebenslaufs Konsequenzen hat, die der Held nicht tragen will. Dafür trennt sich seine Frau von ihm. Krebs und Einsamkeit beenden Kürmanns Leben.

Die Inszenierung hat viel Lob verdient. Kontraste, Spannungsbögen, Atmosphäre – es gab 70 Minuten starkes Theater. Die Spielleiter in weißen Kitteln, einfühlsame Musikeinspielungen, ein origineller Liebespaar-Clip auf der Leinwand und eine sensibel ausgelotete Raumaufteilung gaben dem Stück Tiefe und Spannung. Ganz toll waren die Hauptdarsteller Moritz Küchler, der die Besucher zwischen Mitgefühl und Verachtung schwanken ließ, und Mareike Kusan als Antoinette.

Es spielten: Sandra Bialkowski, Elena Glatter, Anna Herfurth, Marta Jablonka, Jacqueline Vaubel, Jana Kurzbuch, Melina Kelterborn, Nina Goßmann, Torben Ahrend und Alexander Michel.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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