Zu Gast in der Region: Könige der Gesangskunst

Beste Harmonie in Kassel: David Hurley (von links, Timothy Wayne-Wright (Countertenor), Julian Gregory (Tenor), Christopher Bruerton, Christopher Gabbitas (Bariton) und Jonathan Howard (Bass) sind die King’s Singers. Foto: Schachtschneider

Kassel. Die King's Singers begeisterten beim Kultursommer Nordhessen mit Perfektion

KASSEL. Eine große Menschenmenge stand am Freitagabend Schlange vor der Kirchditmolder Kirche, was einen guten Grund hatte: Beim Kultursommer Nordhessen gastierten die britischen King’s Singers, die als eines der weltbesten Vokalensembles gelten. Auch bei ihrem ausverkauften Kasseler Konzert bewiesen die sechs Herren, dass sie wahrhaft geschmeidige Könige der Gesangskunst sind.

Da gab es eine wunderbare Homogenität des Klanges und eine perfekte Intonation. Hinzu kam die stilistische Bandbreite: David Hurley, Timothy Wayne-Wright (Countertenor), Julian Gregory (Tenor), Christopher Bruerton, Christopher Gabbitas (Bariton) und Jonathan Howard (Bass) surften mit Noblesse durch die Jahrhunderte von der Renaissance bis zu den Beach Boys.

Zu Beginn brachten sie ein europäisches Spektrum von Alter Musik, unter anderem von Orlando di Lasso und William Byrd, zum Leuchten und Schweben, ehe sie sich Mendelssohns frühlingshaften Chorliedern op. 48 zuwandten. Es war eine reizvolle, wenn auch etwas artifiziell wirkende Wiedergabe dieser „Lieder im Freien zu singen“, die man mit einem gemischten Chorklang aus Frauen- und Männerstimmen kennt.

Seit 1968 besteht das Ensemble in wechselnden Besetzungen. Seitdem sind zahlreiche Kompositionen für die King’s Singers entstanden. Zwei davon stellten sie in Kassel vor: die „Wymondham Chants” des Engländers Geoffrey Poole und „A Lover‘s Journey“ der Amerikanerin Libby Larsen. Eindrucksvoll vor allem das englische Stück, das mittelalterliche und moderne Klänge vereinte. Dabei lernte das Publikum auch den frechen Dämon Tutivillus und seine flink vorüberhuschenden akustischen Störmanöver kennen.

Die Sänger moderierten den Abend in charmantem Deutsch und präsentierten auch deutsche Volkslieder. Ein Volltreffer: „Auf einem Baum ein Kuckuck saß“ mit raffinierten Musikzitaten. Der Kuckuck wetteiferte beispielsweise mit Brahms‘ Haydn-Variationen und Beethovens 5. Sinfonie.

Gegen Ende erweiterten die königlichen Vokalisten ihr Repertoire bis zu den Beach Boys („Kokomo“) und Cole Porter („Night And Day“).

Nach lebhaftem Beifall und rhythmischem Klatschen hieß es schließlich Abschiednehmen mit dem Song „Danny Boy“.

Von Georg Pepl

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