Partystimmung mit Kapelle Petra im A.R.M.

Gazelle führte die Polonaise an

Eigenwillig: Rainer Siepmann, der tägliche Siepe (vorn), Guido Scholz alias Opa, in der Mitte Bühnenskulptur „Gazelle“. Foto: Zgoll

Kassel. Wenn drei junge Männer in biederen, hellblauen Hemden und geschmacklosen, bunten Krawatten originellen Indie-Pop-Rock zum Besten geben und dazu eine lebende Bühnenskulptur namens „Gazelle“ unmotiviert mit dem Kopf nickt, gibt es keinen Zweifel: Hier steht Kapelle Petra auf der Bühne. Das Vierer-Trio gastierte am Freitagabend in Kassel und präsentierte auf dem Richtfest im A.R.M. ihr neues Album „Internationale Hits“.

„Geburtstag“, so heißt der wohl größte Hit der Kapelle, mit dem sie auf der Internetplattform Youtube über eine Million Klicks sammelte und Mitte der 2000er-Jahre bundesweit bekannt wurde. Aber die Petras sind kein One-Hit-Youtube-Wonder, sondern eine feste Größe in der deutschen Indie-Szene. Im Jahr 1996 in Münster gegründet, nimmt die Band mit mitsingbaren Melodien, mal rockigen, mal melancholischen Klängen und skurrilen Texten, die ironisch und kritisch auf menschliche Eigenarten blicken, ihren Platz irgendwo zwischen Sportfreunde Stiller, Tocotronic und den Ärzten ein.

Ihre eigenwillige Mischung aus Bühnenklamauk und melodiösem Pop-Rock macht die Kapelle um Guido „Opa“ Scholz (Gesang, Gitarre), Rainer „der tägliche Siepe“ Siepmann (Bass, Gesang) und Markus „Ficken“ Schmidt (Schlagzeug) zu einer Band, die live einfach nur Spaß macht. Davon war auch das Publikum im A.R.M. überzeugt und ließ sich, dicht gedrängt vor der Bühne tanzend und mitsingend, von den Petras begeistern.

Da flog beim Song „Geburtstag“ dann auch schon mal Konfetti durch die Reihen, und es wurde eine Polonaise - angeführt von Bühnenskulptur „Gazelle“ - durch den gesamten Raum veranstaltet. Ausgelassener hätte die Stimmung kaum sein können. Da störte es auch nicht, dass Frontmann Guido Scholz eine Gitarrensaite riss und er mangels Ersatz auf einer Akustikgitarre weiterspielen musste.

Von Marian Schollmeyer

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