Gedenkfeier auf dem Friedrichsplatz: Vor 80 Jahren brannten die Bücher

+
Kurt Kersten

Kassel. Knapp zehn Tage nach der Bücherverbrennung in Berlin, am 19. Mai 1933, wurden auch in Kassel Bücher ins Feuer geworfen. 2000 Bände verfemter Autoren sollen es gewesen sein, die der Nationalsozialistische Studentenbund gegen 21.30 Uhr waschkörbeweise in die Flammen warf. SA- und SS-Kolonnen waren aufmarschiert, eine Kapelle spielte. Das Motto: „Ungeist auf den Scheiterhaufen“.

Joachim Ringelnatz

80 Jahre später, am Pfingstsonntag, 11.30 Uhr, erinnern Kasseler Bürger unter dem Titel „Lesen gegen das Vergessen“ an den Jahrestag. Eingeladen haben der SPD-Ortsverein Altkassel mit der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, der Gedenkstätte Breitenau und der Volkshochschule Region Kassel. Musikalisch wird die Lesung durch Renate und Roland Häusler bereichert. Bereits zum achten Mal veranstaltet der SPD-Ortsverein Altkassel das Gedenken der Bücherverbrennung.

In diesem Jahr sollen anlässlich des Stadtjubiläums am Eingangsportal des Fridericianums schwerpunktmäßig Texte von Autoren gelesen werden, die einen Kassel-Bezug haben, wie der 1891 in Wehlheiden geborene Schriftsteller und Journalist Kurt Kersten, der pazifistische Lehrer Hein Herbers und der sozialdemokratische Oberbürgermeister Philipp Scheidemann, der unter dem Pseudonym Henner Pfiffendeckel Mundartgedichte und -texte schrieb. Ebenfalls auf der Liste: Mascha Kaleko, Joachim Ringelnatz und Anna Seghers. In Anlehnung an 1933 werden in Waschkörben Bücher präsentiert. (vbs)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Ab dem 25.5.2018 gilt die Datenschutzgrundverordnung. Dazu haben wir unser Kommentarsystem geändert. Um kommentieren zu können, müssen Sie sich bei unserem Dienstleister DISQUS anmelden. Sollten Sie zuvor bereits ein Profil bei DISQUS angelegt haben, können Sie dieses weiter verwenden. Nutzer, die sich über den alten Portal-Login angemeldet haben, müssen sich bitte einmalig direkt bei DISQUS neu anmelden.

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.