Der Komponist Detlev Glanert über Louis Spohr

Gefeiert, vergessen, wiederentdeckt?

Detlev Glanert Foto: dpa

Kassel. Dass ein Komponist beim Festakt der Stadt Kassel zum Spohr-Jubiläum den Meister würdigte, hatte besonderes Gewicht: Louis Spohr (1784-1859) sollte nicht ins Museum gestellt, sondern aus heutiger Sicht befragt werden.

Detlev Glanert (49), bekannt als Opernkomponist („Der Spiegel des großen Kaisers“), ging von dem merkwürdigen Phänomen aus, dass Spohr in der Mitte des 19. Jahrhunderts als „Vater der deutschen Musik“ galt, 100 Jahre später aber fast vergessen war.

Großen Anteil daran haben Glanert zufolge die dramatischen Umschwünge der Musikästhetik seit Spohrs Zeit. Zunächst hin zu einer Romantik, die das „Auftrumpfende, Maßlose“ etwa im Stile Wagners, feierte, die von einer Moderne und dann Avantgarde abgelöst wurde, denen die Emotion in der Musik gleichermaßen verdächtig war.

Ist jetzt die Zeit für eine Spohr-Renaissance gekommen? Glanert wollte das nicht einfach bejahen. Der Traditionsabriss zur E-Musikkultur, den er aktuell feststellt, macht eine Neubewertung schwierig. (w.f.)

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