Neu im Kino: „Die Liebesfälscher“ mit Juliette Binoche

Was Gefühle bedeuten

Annäherung: James (William Shimell) und die namenlose Kunstexpertin (Juliette Binoche) kennen sich womöglich schon. Foto:  dpa

Im sanften Licht der Toskana spielt sich ein Liebesdrama ab - sorgfältig seziert und ausgedeutet vom iranischen Filmemacher Abbas Kiarostami („Der Geschmack der Kirsche“). Mit „Die Liebesfälscher“ hat Kiarostami zum ersten Mal einen Film ausschließlich in Europa gedreht. Seine Art der genauen Beobachtung menschlicher Gefühle und Gedanken hat er mitgebracht.

Der britische Autor James Miller (der britische Bariton William Shimell) stellt in einem Toskana-Städtchen sein neues Buch über Kopien in der Kunst vor. Seinem Vortrag hört auch eine namenlose Kunstexpertin (Juliette Binoche) zu. Sie bleibt nicht bis zum Ende, hinterlässt stattdessen ihre Telefonnummer, einen Tag später treffen sich Miller und die Frau.

Der Kinozuschauer sieht nun der Annäherung der beiden zu - sie machen einen Ausflug, gehen ins Museum, unterhalten sich leidenschaftlich über Kunst und gehen essen. Doch dann schleichen sich Zweifel ein: Kennt sich das Paar vielleicht doch schon länger, sind die beiden vielleicht sogar verheiratet und spielen nur mit dem scheinbaren Neu-Kennenlernen? In einem kleinen Hotel - ist es etwa die Hochzeitssuite von damals? - entscheidet sich, wie die Zukunft aussehen wird.

Binoche spielt furios. Mit Verve wirft sie sich in dieses komplizierte Leben der Frau, das offensichtlich nicht so verläuft, wie sie es sich erhofft hat. Während Shimell aus seiner Figur einen zurückhaltenden, sich immer aus allem heraushaltenden Mann macht, läuft Binoche in ihrer Rolle über vor Gefühlen und doch immer wie gegen eine Wand.

Das ist ein reizvoller Gegensatz. So spielt sich unter der italienischen Sonne ein Drama ab, das subtil unter der Oberfläche brodelt. (dpa)

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 12

Wertung: !!!::

Von Elke Vogel

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