Gefühle in Bewegung: Gruppenausstellung in der domaine gallery

Zwei von 15: Arbeiten von Rainer Henze (links) und Hanne Spuck, zu sehen in der d:gallery. Fotos: nh

KASSEL. Frühlingsleichtigkeit. Im Hintergrund flirren die Bäume, im Vordergrund laufen zwei junge Männer, ihre vorwärtsstrebenden Hunde an der Leine. Ihre Bewegung gleitet leicht über den Boden, fast scheint es, als ob sie schweben. Einen wunderbar heiteren, zuversichtlichen Moment in transparenter Farbigkeit hat Irene Rezzonico in „Motion“, einem Acrylwerk auf Leinwand, festgehalten, sicher ein Hingucker in der Ausstellung „(e)motion“.

Wieder einmal gibt die „domaine gallery“ Kasseler Künstlern eine Ausstellungsplattform. Unter dem doppeldeutigen Titel, der sowohl Gefühle als auch Bewegung beinhaltet, werden 15 Künstler mit 15 Arbeiten präsentiert, die die unterschiedlichsten Medien nutzen. Hanne Spuck vereint kleinformatige archaische Ton-Figuren in einer Assemblage: Sie sind mit wenig Farbe und Ruß strukturiert und im Feuer gebrannt, eine poetisch-subtile Arbeit. Rainer Henze hat mit seinem „Mobile Village“ ein Urtier aus Stahl geschaffen, das auf seinem Rücken ein ganzes Dorf aus kleinen Häusern mit sich herumträgt: Eine Welt für sich, hoch über der Erde, abgekapselt. Henzes präzis gearbeitete Stahl-Plastik lässt damit auch ein spezifisches Urlaubs-Verständnis assoziieren, wenn man an die Enklaven deutscher Touristen in fremden Ländern denkt.

Auf Buchseiten hat Ulrike Vater sensible Malerei gesetzt: Ein Wort der Buchseite wird visualisiert, wie zum Beispiel „Der Liebe Leid“ durch eine Frauenfigur mit großem Herzen. Sinnlich, verspielt und märchenhaft ist das.

Im Spiel zwischen Schärfe und Unschärfe setzt Gudrun Hofrichter ihre überlebensgroßen Musikerporträts in Acryl auf Leinwand: Auch hier besticht die Malerin, von Haus aus Musikerin, wieder einmal durch ihren unverwechselbaren Zugriff, der immer auch das Poetische einfließen lässt.

Bis 2. Juni, Schönfelder Str. 418, Do/Fr 15 - 19, Sa 11 - 19 Uhr, So ab 11 Uhr (mit Brunch).

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