Neu im Kino: „Freche Mädchen 2“ über die Nöte verliebter Teenager

Gefühle fahren Karussell

Unternehmungslustig: Henriette Nagel als Kati (von links), Emilia Schüle als Mila und Selina Shirin Müller als Hanna. Foto:  apn

Eine Million Zuschauer – das hat sogar die erfolgsverwöhnte Produktionsfirma Constantin überrascht. Schließlich war Ute Wielands „Freche Mädchen“ für die eher eingegrenzte Zielgruppe weiblicher Teenager konzipiert. Als literarische Vorlage diente die von Bianka Minte-König initiierte gleichnamige Buchreihe, in der unter Titeln wie „Liebesquiz & Pferdekuss“, „Liebesfrust & Popstar-Kuss“ oder „SMS und Liebesstress“ die Sorgen und Nöte pubertierender Mädchen elegisch erörtert werden.

Genauso wie in Hollywood herrscht im deutschen Kinder- und Jugendkino der Drang zum Seriellen, und so wird auch der Teebeutel dieses ohnehin recht dünnen filmischen Getränks noch einige Male ins Wasser gehängt werden.

Nachdem der erste Teil sich mit den Höhen und Tiefen der ersten Liebesanbahnung beschäftigte, müssen sich die blonde Kati (Henriette Nagel), die brünette Mila (Emilia Schüle) und die rothaarige Hanna (Selina Shirin Müller) nun den emotionalen Verwerfungen des grausamen Beziehungsalltags stellen. Mila sieht ihre Liebe mit dem supersüßen Pferdehofbesitzersohn Markus (Jonathan Beck) durch die blonde Oberzicke Vanessa gefährdet, die die Ferien auf dem Reitergut verbringt, während Mila und ihre Freundinnen zur Chorfahrt in die alpine Einöde ziehen müssen.

Kati hingegen fragt sich, ob der gutmütige Tobi wirklich der Richtige für sie ist, zumal sie bei einem Foto-Shooting in München einen Model-Typen mit Geländewagen und Allrad-Antrieb kennenlernt. Hanna glaubt an die Stabilität ihrer Beziehung zu Branko, der allerdings als Möchtegern-Produzent mehr an ihrer Gesangskarriere als ihren inneren Werten interessiert zu sein scheint.

Und so fahren die Gefühle Karussell, gerät der fragile Hormonspiegel immer wieder aus dem Gleichgewicht, wird geweint, gelacht, gestritten und sich wieder - ganz im Stile der amerikanischen High-School-Filme - beim Schulfest vor versammeltem Publikum öffentlich versöhnt.

Bis jedes Töpfchen wieder sein altes Deckelchen gefunden hat, vergehen 96 zermürbend banale Filmminuten. Inhaltlich wie filmisch kommt diese Jugendliebe-Schmonzette äußerst bieder daher und unterschätzt die Intelligenz ihres Zielpublikums auf fast schon beleidigende Weise. Hier werden nur die pubertären Affekte bedient, ohne dass die klischeeüberladenen Figuren wirklich zu Herzen gehen.

Genre: Jugendfilm

ohne Altersbeschränkung

Wertung: !::::

www.hna.de/kino

Von Martin Schwickert

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