Neu im Kino: „Männer im Wasser“ ist eine schwedische Synchronschwimm-Komödie

Gefühlsecht im Badeanzug

Eleganz im Schwimmanzug: das Team der männlichen Synchronschwimmer in „Männer im Wasser“. Foto:  dpa

Am Anfang steht eine Schnapsidee. Ein feuchtfröhlicher Junggesellenabschied wird kurzerhand in die Schwimmhalle verlegt, weil einer der Jungs zufällig den Schlüssel dazu hat. In hübsche Badeanzüge gehüllt und mit ein paar Bierchen intus imitiert die Männertruppe eine Synchronschwimm-Kür. Auf der Hochzeitsfeier avanciert das Video von diesem nächtlichen Treiben zum humoristischen Höhepunkt.

Eine reiche Dame bietet den Akteuren eine beträchtliche Summe, wenn sie die Nummer auf ihrer Party wiederholen. Geld, das die Freunde gut gebrauchen können, um ihr eigentliches Hobby Hockey zu finanzieren. Der öffentliche Auftritt gerät zum Fiasko, aber die Männer haben längst Blut geleckt. Unzähligen Widrigkeiten zum Trotz ziehen sie sie durch, die Sache mit dem Synchronschwimmen.

Alleinerziehender Vater

Im Mittelpunkt der Geschichte steht Fredrik (Jonas Inde), der sich nach der Trennung von seiner Frau vorübergehend als alleinerziehender Vater bewähren muss. Teenager-Tochter Sara (Amanda Davin) ist tatsächlich Synchronschwimmerin. Zunächst beobachtet sie das wunderliche Tun ihres Vaters mit einer gehörigen Portion Scham. Aber als sie die echte Ambition hinter ungelenken ersten Versuchen erkennt, beginnt sie die Mannschaft bei ihren Träumen von der WM in Berlin zu unterstützen.

Natürlich greift der sympathische Film von Regisseur Måns Herngren ein Strickmuster auf, das schon etliche Independent-Streifen zuvor strapazierten. Aber gefühlsecht und mit typisch skandinavischer Bodenständigkeit in Szene gesetzt, ist auch diese Geschichte über Underdogs auf Abwegen jede Minute sehenswert.

Sowohl die Gruppendynamik zwischen den Herren in der Midlife-Crisis als auch das Verhältnis von Vater und Tochter werden mit leichten Pinselstrichen stimmig skizziert. Die zweite Halbzeit der Sportkomödie verliert zwar ein klein wenig an Fahrt, aber hätte man den hohen Spaßfaktor des Anfangs beibehalten, die Kurve zur emotionalen Wahrhaftigkeit wäre nicht zu kriegen gewesen.

Die Songs der schwedischen Band „The Soundtrack of Our Lives“ untermalen die verschiedenen Stimmungen perfekt. Wir Deutschen bekommen übrigens auch noch unser Fett weg. Jan Henrik Stahlberg als Mitarbeiter des Berliner Wettkampfbüros fügt sich perfekt ins Klischee des unflexiblen teutonischen Paragrafenreiters.

Genre: Komödie

Altersfreigabe: ab

Wertung: !!!!:

www.hna.de/kino

Von André Wesche

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