Gefühlslabyrinth mit einer Prise Balkanflair

Die Kasseler Band Caro Kiste Kontrabass begeisterte im Schlachthof

Kassel. Caro Kiste Kontrabass - was für ein Bandname. Bei ihrem CD-Release-Konzert im voll besetzten Schlachthof hatte man am Freitagabend einen Moderator engagiert, der dazu genau die richtige Erklärung parat hatte:

„Das klingt wie eine Kinderspiel-Show aus den 70er-Jahren.“ So wie die Sendung mit der Maus oder das feuerrote Spielmobil. Doch wer jetzt musikalische Naivität erwartete, lag falsch. Wenn auch noch längst nicht alles Gold war, was da glänzte, so hatte die Kasseler Band um die Sängerin und Gitarristin Caro Werner einiges zu bieten.

Stilistisch bewegt man sich auf der Achse zwischen Annett Louisan und Element of Crime, wobei das heiter gestrickte Songmaterial überwiegt.

Wie es sich für diese Musik gehört, ist man mit Kontrabass (Harald Bernstein) und Cajon (Axel Garbelmann) zu Fuß unterwegs und bedient sich keinerlei technischen Schnickschnacks.

Gang durch die Emotionen

Ein wenig Swing, eine Prise Balkanflair und dezente ¾-Takter dominieren den rhythmischen Puls bei dem Spaziergang durch das Gefühlslabyrinth von Frontfrau Caro Werner. Die stereotyp wirkenden Kompositionen bekommen durch ihre charismatische Stimme Kontur, und die mit Worten überfluteten Texte durch manche brillante Sprachwendung ihren Reiz.

Die prägnante Refrainzeile muss erst noch entdeckt werden, doch mit offensivem Charme verleiht man dem Ganzen Atmosphäre. Dass man die CD-Gastmusiker Allan Poteon (Steelpans, Congas), Helene Schmidt (Cello), Kathrin Abt (Violine) und Martin Steinbrück (Akkordeon) an diesem Abend mit präsentierte, sorgte für Abwechslung und Bereicherung.

Der Titel des Debüt-Albums „In der Nähe der Zufriedenheit“ drückt eigentlich genau aus, wo man gerade steht - man hat schon viel erreicht, doch da geht auch noch einiges. Großer Applaus.

Von Andreas Köthe

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