Das Duo Windspiel gastierte in der Lutherkirche mit Musik von Komponistinnen

Geheimnisvolle Poesie der Töne

Konzert vom Duo Windspiel: Verena Wüsthoff (Blockflöten) und Eva Zöllner (Akkordeon). Foto:  Schachtschneider

KASSEL. Sie ist immer wieder ein Versprechen für exquisite Hörerlebnisse, Christel Nies’ Konzertreihe „Komponistinnen und ihr Werk“. Diesmal rückten in der Lutherkirche Instrumente ins Rampenlicht, die von Unwissenden belächelt werben, obwohl sie wunderbare Klangerzeuger sind. An Akkordeon und Blockflöte zauberte das famose Duo Windspiel mit Werken von sechs zeitgenössischen Komponistinnen und einer Improvisation geheimnisvolle Klänge hervor.

Die Akkordeonistin Eva Zöllner (Köln) entfaltete eine gleichsam atmende Dynamik, während Verena Wüsthoff (Basel) an mehreren Blockflöten eine ebenso faszinierende Klangrede bot. Es gab da flatternde Tremoli, schrille Doppelklänge und gleitende intonatorische Zwischenwerte jenseits des herkömmlichen Tonsystems. Zugleich löste die Blockflöte eine antik-mythologische Stimmung aus. Musik zwischen Uralt und Ultramodern, als würde eine Hirtenweise ins Zeitgenössische übertragen.

Werke aus aller Welt

Die 30 Zuhörer lernten bei dem vom Deutschlandfunk aufgezeichneten Konzert Werke von Komponistinnen aus aller Welt kennen - Younghi Pagh-Paan, Liza Lim, Georgina Derbez, Ana Lara, Calliope Tsoupaki und Keiko Harada.

Ein Akkordeon-Stück der in Bremen lehrenden Koreanerin Younghi Pagh-Paan war von einem Gedicht von H. C. Artmann inspiriert, das so rätselhaft schön anmutet, wie der gesamte Abend in der Lutherkirche war. Denn in dem Gedicht stehen Zeilen wie „Mein Herz ist die stumme Frage eines Bogens aus Elfenbein“.

Von Georg Pepl

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