Mit „Don Quixote“ verabschiedet sich Maria Sverdlov vom Ballett und wird Schauspielerin

Sie geht mit einem Lächeln

Tanzen die Hauptrollen: Valery Dushevin mit Maria Sverdlov im Ballettklassiker „Don Quixote“. Fotos: nh/Lohr

Kassel. Maria Sverdlov war 13, als sie unsere Kritikerin zum ersten Mal verzückte. Im Juni 2007 tanzte sich die Kasselerin „mit einem unermüdlichen Lächeln im Gesicht durch alle schwierigen Sequenzen“ von „Don Quixote“. „Klein, aber oho“, hieß es im Text, und: „Hut ab.“

Was muss erst in unserer Zeitung stehen, wenn Sverdlov am 13. Dezember zum zweiten Mal in dem Ballettklassiker auf der Bühne des Schauspielhauses steht. Die Tochter zweier aus Russland stammender Ärzte ist mittlerweile 20 und „eine ganz besondere Tänzerin“, wie Ballettlehrer Valery Dushevin sagt. Neben dem ehemaligen Solotänzer des Kasseler Staatstheaters spielt die Abiturientin die Hauptrolle. Fast 100 weitere Mitwirkende der Ballettschule Dushevin tanzen ebenfalls – von der Fünfjährigen bis zur Seniorin.

Für Sverdlov ist es die erste Hauptrolle. Oft bekam die nur 1,55 Meter große Tänzerin zu hören, sie sei zu klein. „Davon darf man sich nicht runtermachen lassen“, sagt Sverdlov und strahlt dabei mit einem Lächeln, das schon vor sechs Jahren beeindruckte.

Nicht nur bei den schwierigsten Sprüngen beherrscht sie dieses „Eiskunstlauflächeln“, wie sie selbst es nennt. Sie kann auch traurig und melancholisch lachen. Das lernt sie in der Kasseler Schauspielschule, wo sie im September eine Ausbildung begonnen hat.

Ihr Abitur am Engelsburg-Gymnasium hat Sverdlov mit 1,8 abgelegt, sie spricht fünf Sprachen und hätte erst einmal ins Ausland gehen können wie die meisten ihrer Freundinnen. Aber die Theaterbühne ist ihr großer Traum.

Beim Ballett, das sie mit zehn Jahren begonnen hat, muss sie ja ebenfalls schauspielern. Bei Valery Dushevin und dessen Frau Jana hat sie viel gelernt. „Disziplin, Ehrgeiz, Mut und Ehrlichkeit – meine komplette Lebenseinstellung habe ich von hier“, sagt Sverdlov. „Don Quixote“ wird nun ihre Abschiedsvorstellung. Sie geht mit einem Lächeln.

Don Quixote: Freitag, 13. Dezember, 19.30 Uhr, Opernhaus. Karten: 0561/1094-222.

Von Matthias Lohr

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