Die Berliner Rockband Jennifer Rostock wurde im Musiktheater gefeiert

Es geht steil nach oben

Sie ist ein Gesamtkunstwerk: Sängerin Jennifer Weist beeindruckte nicht nur mit ihren Tattoos, sondern auch mit einer schrillen Rockshow. Foto: Schoelzchen

Kassel. Jennifer Weist, Frontfrau der Berliner Deutschrockband Jennifer Rostock, ist eine Meisterin der Selbstinszenierung. Und so trat sie auch am Donnerstagabend im Kasseler Musiktheater tanzend ins Scheinwerferlicht zu einer Show, die von der ersten bis zur letzten Minute durchgestylt war. Laut, schrill, provokativ.

Eingeheizt durch die Vorgruppe „Ich kann fliegen“ aus Hannover und begleitet von „Jetzt geht’s los“-Rufen, Pfiffen und Gejohle kommt die Band Jennifer Rostock auf die Bühne und rockt das volle Haus.

Lichtstrahlen durchschneiden das Dunkel: Die bis zum Hals tätowierte Sängerin trägt Handschuhe, die eine Lichtshow zaubern. Der rote Faden ihres Auftritts aber ist das Spiel mit sexuellen Anzüglichkeiten und Interaktionen mit dem Publikum. „Seid ihr auch schon alle total feucht?“ Das Publikum fährt darauf ab - ebenso auf die Musik.

Die festivalerprobte Band weiß, wie man die Massen begeistert. In diesem Sommer treten die Musiker zum zweiten Mal beim Open Flair (9. bis 12. August) in Eschwege auf.

Was die perfekt aufeinander eingespielte Formation - neben Jennifer noch Joe Walter (Keyboard), Alex Voigt (Gitarre), Christopher Deckert (Bass) und Baku Kohl (Schlagzeug) - ablieferte, war mitreißende Rockmusik, die durch Elektrosound aufgemotzt wurde. Dazu gab es banale deutsche Texte wie: „Gib mir Feuer, dann geh bitte wieder Heim. Die Zigarette danach rauch ich lieber allein.“ Das altersmäßig gemischte Publikum konnte textsicher mitsingen. Ob bei älteren Songs wie „Himalaya“ oder auch der neuesten Single „Ich kann nicht mehr“.

Dabei schmückte die Band jedes Stück mit einer Showeinlage. Während des Titels „Der Kapitän“ wurde ein Mädchen aus dem Publikum auf einem großen Schwimmreifen auf den Händen der Fans über das Zuschauermeer getragen.

Als Zugabe spielten Jennifer Rostock ihren Hit „Kopf oder Zahl“. Mit diesem Lied hatten sie 2008 an Stefan Raabs Bundesvision Song Contest teilgenommen und waren so einem großen Publikum bekannt geworden. Sie erreichten damals für Mecklenburg-Vorpommern den fünften Platz. Seitdem geht ihre Erfolgskurve steil nach oben. Das tobende Kasseler Publikum ließ daran keinen Zweifel.

Von Joséphine Hein

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