Geigensoli auf der Theke: Garden of Delight im Kasseler Fiasko

Harte Songs mit Ohrwurmpotenzial: Gitarrist Michael M. Jung und Geiger Dominik Roesch im Fiasko. Foto: Malmus

Kassel. Wem es zu Weihnachten etwas an kuscheliger Körpernähe mangelte, der war am Samstag im Fiasko am richtigen Platz. Wie Heringe in der Dose drängten sich die Besucher beim Konzert der Irish-Folk und Celtic-Rock-Formation Garden of Delight (kurz G.O.D.).

Über 1500 Konzerte kann die Formation um Bandleader, Gitarrist und Sänger Michael Jung vorweisen. Mit Dudelsack, Geige und harten E-Gitarren hat sie sich eine große Fangemeinde erspielt. Um alte keltische Mythen und Sagen, um Piraten, Whiskey, Tod und Teufel drehen sich die Texte.

Im Fiasko präsentierte G.O.D. neben altbekanntem Material Stücke ihres Albums „Go Sailing With Us“ und ihrer neuen CD „Lord Of The Drinks“. Mit fröhlichem Irish Folk, bei dem die tanzende Geige von Dominik Roesch dominierte, startete die Band in das Konzert. Außerdem auf der Bühne: Frontmann Michael Jung, Gitarrist Paul Perlejewski, Bassist Daniel Göbel und Schlagzeuger Bernhard Schneider.

Es folgte „The Fire In You“ vom „Blackbeard“-Album, eine rockige Balladennummer mit Mitsing-Refrain. Die ersten Hände schossen in die Luft. Das Stimmungsbarometer stieg. Doch es stieg erst mal nicht weiter. Der Funke blieb auf der Bühne. Ungewöhnlich. Gerade für stimmungsvolle Live-Konzerte ist G.O.D. bekannt. Ob’s am Sound lag? Ein wenig harmlos kam die Musik zunächst aus den Boxen und beschallte nur die angeregten Plaudereien der Besucher.

Nach etwa einer halben Stunde aber war es damit vorbei. Die Stimmung steigerte sich von Stück zu Stück. Besonders bei den Nummern des neuen Albums, das „härter ist, als unsere anderen Alben“, wie es hieß. In der Tat wird bei Stücken wie dem Ohrwurm „Rise Again“ und „Burning Hell“ mächtig gerockt, das Schlagzeug geprügelt und der Bass zum Anpeitscher. Zugleich aber werden auch Balladenflair und melodischer Gesang mit eingefädelt. Dazu kommen Roeschs wilde Geigensoli, die er an diesem Abend auch auf den Schultern eines Fans und auf der Theke anstimmte.

Fazit: Es bedurfte etwas Zeit, bis die Stimmung auf Touren kam, dann aber zündete das Live-Erlebnis G.O.D. Lauter Jubel und Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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