Trashfilmfestival in der Kulturfabrik: Geisterjagd im Edeka

Ein Vampir treibt sein Unwesen: Szene aus dem Film „Göttin“ von Jochen Isensee. Foto: nh

Kassel. Der Mann in Lederjacke, mit Sonnenbrille und Zigarettenkippe im Mundwinkel, hält eine kleine gelbe Pistole im Anschlag bereit. Er beobachtet gebannt die Geschehnisse im Edeka-Laden in der Kasseler Friedrich-Ebert-Straße.

Plötzlich bewegen sich die Gegenstände in den Regalen. Der Mann mit der Pistole macht einen Sprung über die Gemüseauslage und schießt. Der Mann trifft. Er ist Geisterjäger. Er erledigt Geister, die in Kassel ihr Unwesen treiben.

Szenen wie diese aus dem Film „Ghostconsumers“ von Noah Hunter aus Kassel waren am Freitag- und Samstagabend beim „7. Phantastischen Trashfilmfestival“ (Leitung: Ralf Kemper) in der ausverkauften Kulturfabrik Salzmann zu sehen. Gezeigt wurden Filme aus den Genres Fantasy, Horror und Science Fiction, die mit kleinem Budget und mit Laienschauspielern gedreht wurden.

In dem minimalistischen Kurzfilm „Maries Stimme“ von Dave Lojek spielte das Horrorszenario zum Beispiel im gemeinsamen Ehebett: Marie hört jede Nacht um die gleiche Zeit bedrohliche Stimmen, deren Urheber jedoch nicht ausfindig gemacht werden können. So entscheidet sie, dass die Stimmen nur von ihrem Mann Ralf stammen können und bringt ihn um.

Auch die ästhetisch gelungene Verfilmung eines Gedichts, „Göttin“ von Filmemacher Jochen Isensee, handelt von einer Liebesgeschichte zwischen zwei ungleichen Partnern mit ungewöhnlichem Ausgang: Die blonde Frau entpuppt sich als Vampir, die ihren Geliebten mit einem Biss zu einem der ihren macht.

Unmengen an Kunstblut

So begab sich das Publikum an diesem Abend in der Kulturfabrik auf eine Reise durch die abgründige Fantasiewelt der Filmemacher. Unmengen von Kunstblut, Parodien auf Kommissare, Amokläufer und Mumien sowie Mutanten in verseuchten Industrieanlagen – dem Publikum gefiel es.

Am Ende des Samstagabends wählte es Noah Hunters „Ghostconsumers“ zum besten Film; am Freitagabend hatte bereits der Film „Shitty X Mas“ von Daniel Flügger aus Bremen gewonnen.

Von Yvonne Albrecht

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