In der Nacht zu Montag wird der begehrteste aller Filmpreise verliehen

Größte Gewinner, größte Verlierer und weitere Fakten zu den Oscars

Ein nächtliches Vergnügen, ganz ohne Ausgehen: In den frühen Morgenstunden des Montags (deutscher Zeit) werden in Los Angeles die Oscars verliehen.

Ein Termin, den sich viele Filmfans im Kalender anstreichen, um die Zeremonie live im Fernsehen mitzuverfolgen. Egal, wie müde man am Montag im Büro ist - der Glamour dieses wichtigsten Filmpreises der Welt ist es wert. Wir stellen die Academy Awards in Zahlen vor.

3 Filme haben bisher in den wichtigsten fünf Kategorien gewonnen - also Bester Film, Regisseur, Drehbuch, Darsteller, Darstellerin: „Es geschah in einer Nacht“ (1934) „Einer flog über das Kuckucksnest“ (1975) und „Das Schweigen der Lämmer“ (1991).

3,5  Kilo wiegt die goldene Oscar-Statuette, 34 Zentimeter ist sie hoch. Entworfen hat sie Cedric Gibbons, Art Director beim MGM-Studio. Während des Zweiten Weltkriegs wurde die Statue drei Jahre lang aus Plastik hergestellt: Metallknappheit. Heute sind die Goldjungen aus einer Metalllegierung, die vergoldet ist. Seit 1950 dürfen die Preisträger sie nicht verkaufen, sondern müssen sie zunächst für einen Dollar der Academy anbieten.

Für die Gala-Probe gibt es übrigens nicht nur Übungs-Briefumschläge mit Übungskärtchen mit Gewinnernamen. Es gibt auch Übungs-Oscars aus Plastik, die die Nominierten halten können, wenn sie ihre Übungs-Dankesrede halten.

5 Jahre war Shirley Temple im Jahr 1934 jung, als sie einen Ehren-Oscar bekam. Sie ist damit die jüngste Darstellerin, die jemals ausgezeichnet wurde. Christopher Plummer war 2010 mit 82 Jahren ältester Nebendarsteller in „Beginners“.

7 Tage muss ein Film im Vorjahr mindestens in einem kommerziellen Kino im Umkreis von Los Angeles gelaufen sein, damit er für einen Oscar nominiert werden kann. Außerdem muss der Film eine Mindestlänge von 40 Minuten haben und als 35- oder 70-Millimeter Kopie oder im Digital-Format 24 oder 48 fps („frames per second“, auf deutsch: Bilder pro Sekunde) vorliegen. Für den besten fremdsprachigen Film sowie die Kategorien Dokumentation und Kurzfilm gelten Sonderregeln.

11 Oscars bekamen die Filme „Ben Hur“ (1959), „Titanic“ (1997) und „Der Herr der Ringe: Return of the King“. Damit sind sie die meist ausgezeichneten Filme. 11 lautet auch die Zahl der großen Verlierer: Steven Spielbergs „Die Farbe Lila“ und Herbert Ross’ Film „Am Wendepunkt“ waren beide für elf „Oscars“ nominiert - und gingen leer aus. Auch Leonardo DiCaprios Film „The Aviator“ war elf Mal nominiert - und gewann nur in fünf Kategorien.

15 Minuten dauerte die Zeremonie, bei der die ersten Academy Awards verliehen wurden. Weit weg vom weltweiten Millionenpublikum im Fernsehen heutiger Tage wurden die ersten Awards bei einer Dinnerparty vergeben: Am 16. Mai 1929 im Hollywood Roosevelt Hotel vor 270 Gästen. Bester Hauptdarsteller wurde Emil Jannings. Im Radio übertragen wurde die Zeremonie ab 1930, im Fernsehen war sie erstmals 1953 zu sehen.

22 Preise aus 59 Nominierungen und 4 Ehren-Oscars gewann Filmproduzent Walt Disney. Er ist damit der meist dekorierte Filmemacher.

45 Sekunden dürfen die Dankesreden in diesem Jahr gerade einmal dauern. Eine Neuerung. Nachdem sich Halle Berry im Jahr 2002 35 -mal bedankte und vor allem durch viele Tränen in Erinnerung blieb, schiebt die Academy of Motion Picture Arts and Sciences dieses Jahr den Riegel vor. 45 Sekunden müssen also reichen. Vorab müssen die Nominierten zudem eine Liste mit Personen abgeben, bei denen sie sich bedanken werden. Die Namen werden dann auf einen Bildschirm projiziert.

52 Jahre ist es her, seit erstmals ein schwarzer Schauspieler eine der begehrten Auszeichnungen erhielt: Im Jahr 1964 gewann der Afroamerikaner Sidney Poitier den Oscar für „Lilien auf dem Felde“.

87 Oscar-Verleihungen gab es bereits, in diesem Jahr findet nun die 88. statt. Der Name kommt von der Bibliothekarin der Filmakademie, Margaret Herrick. Als sie die Statuette sah, soll sie 1931 ausgerufen haben: „Die sieht ja aus wie mein Onkel Oscar.“ Offiziell heißt der Preis Academy Award of Merit.

152,4  Meter ist der rote Teppich lang, der für die Stars ausgerollt wird.

256 Minuten dauerte die längste Oscar-Show im Jahr 2006, die kürzeste 100 Minuten (1959).

363  Mio. Euro Produktions- und Marketingkosten verschlang der Fantasy-Film „Avatar“ über die blauen Bewohner Pandoras. Damit gilt der Film als teuerster Oscar-Sieger aller Zeiten (drei Auszeichnungen für bestes Szenenbild, beste Kamera und beste visuelle Effekte).

Diese Weltstars sind leer ausgegangen

Trotz ihrer Popularität und der mehrmaligen Auszeichnung mit einem Golden Globe als weltweit beliebteste Darstellerin wurde Marilyn Monroe nie für einen Oscar nominiert. Da waren diese drei Größen im Schauspiel-Business schon weiter - auch wenn sie schließlich leer ausgingen:

Alfred Hitchcock war zwar fünfmal nominiert, hat aber nie einen Oscar gewonnen. Als der britische Regisseur 1968 zumindest einen Ehren-Oscar bekam, presste er lediglich ein „Thank you“ heraus. Damit hielt der „Meister der Spannung“ die knappste Dankesrede in der Geschichte der Oscars.

Das Wüstenepos „Lawrence von Arabien“ brachte Peter O’Toole Weltruhm. Achtmal war der im Jahr 2003 gestorbene irische Schauspieler für den Oscar nominiert, gewonnen hat er ihn in über 40 Jahren jedoch nicht. Immerhin: 2003 gab es auch für ihn einen Ehren-Oscar.

Richard Burton („Wer hat Angst vor Virginia Woolf?“) war sechs Mal als bester Hauptdarsteller und ein Mal als bester Nebendarsteller nominiert, gewann aber nie eine der goldenen Statuen. Der britische Schauspieler, der zeitweise mit Elizabeth Taylor verheiratet war, starb 1984.

Sie können es noch schaffen

Mit Spannung warten Filmfans, ob Schauspieler Leonardo DiCaprio in diesem Jahr endlich einen Goldjungen gewinnt. Vier Mal war er seit 1994 nominiert. Dank „The Revenant“ soll es nun klappen.

Auch Schauspiel-Größen wie Glenn Close (Foto, „Eine verhängnisvolle Affäre“, sechsmal nominiert), Johnny Depp („Fluch der Karibik“, drei Nominierungen) und Michelle Pfeiffer („Gefährliche Liebschaften“, ebenfalls dreimal nominiert) durften sich bisher nicht über einen Oscar freuen.

Rubriklistenbild: © dpa

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