Verträumt: Lily Dahab im Theaterstübchen

Für Genießer

Lily Dahab

Kassel. Man nehme einen Sommerabend, der sich zur Nacht neigt, eine Hängematte, in die man sich fallen lässt, und eine CD der südländischen Schönheit Lily Dahab. Man lasse ihre wunderbare Stimme einfach wirken.

Klingt wie die Regie für einen Werbeclip, ist aber das Bild, das sich einstellt, wenn man Stimme und Band der attraktiven Argentinierin lauscht: Sie umschmeichelt, wärmt und verführt zum Träumen.

Am Mittwochabend präsentierten sich die in Berlin lebende Sängerin und ihre exzellenten Bühnenpartner vor 65 Besuchern im Theaterstübchen. Vom Bolero über den Tango bis zum George-Harrison-Klassiker („Something“) reichte die Palette, die sie mit individueller Note interpretieren. Zum Beispiel jenes „Besame mucho“, das verhalten und verträumt daherschlendert wie ein Spaziergang am Meer.

Der legendäre Bandeonspieler und Komponist Astor Piazolla steht bei vielen Dahab-Stücken Pate, die argentinische Folklore-Ikone Mercedes Sosa als stimmliches Vorbild nicht selten im Raum. Die sensiblen Arrangements von Pianist Bene Aperdannier, der Lily Dahab auch privat begleitet, sind überwiegend puristisch akzentuiert und geben ihrer geschmeidigen Stimme Raum zur Entfaltung wie Andreas Henzes Bass-Soli oder Quinque Sinesis gestreichelte Gitarrenklänge. Schon die spieltechnischen Künste Sinesis lohnten den Besuch. Sparsam wie effektvoll auch die Percussion von Topo Gioia, der neben dem Rhythmus für exotische Klangtupfer sorgte. Fazit: Südamerikanisches Charisma in wärmsten Farben. Ein Konzert für Genießer. Lautstarkes Dankeschön, zwei Zugaben.

Von Steve Kuberczyk-Stein

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.