Genuss mal vier: Das Kasseler Saxofonquartett beim Jazzfest

Tolles Zusammenspiel: Das Quartett (von links) Michael Koch, Matthias Wittekind, Rolf Rasch und Peter Zingrebe. Foto: Malmus

Kassel. Gleich vier Saxofone loslegen zu lassen - kann das gut gehen? Bei einem Instrument von so ausgeprägt individuellem Charakter? Geht da nicht der individuelle Zauber verloren? Nein, geht er nicht.

Das Kasseler Saxofonquartett belegte das am Dienstag im proppenvollen Theaterstübchen eindrucksvoll.

Zugegeben, im ersten Teil des Abends mögen manche Saxofonfans auch ein wenig bemäkelt haben, dieses Instrument in fast chorische Strukturen zu zwingen. Wer aber offen war für ein äußerst interessantes Hörerlebnis, der kam beim Spiel von Rolf Rasch, Michael Koch, Peter Zingrebe und Matthias Wittekind voll auf seine Kosten. Bei Stücken wie „Itchy Fingers“ von Mike Mower, „Close Your Eyes And Listen“ von Astor Piazzolla und Garry Muliggan und der „New York Suite“ von Paquito D’Rivera zählten Qualitäten wie perfekte Abstimmung, hohes spieltechnisches Niveau, Disziplin und ein sensibles Ohr für den Mitspieler.

Für diese vier kein Problem. Großes Lob für diese Leistung. Nach der Pause zählte der Faktor Unterhaltung bei der Musik der „Four Brothers Band“, wie man Woody Hermans Bigband nannte, nachdem ein gleichnamiger Jazzstandard, 1947 von Jimmi Giuffre komponiert, mit drei Tenor- und einem Baritonsaxofon aufgeführt wurde. Zehn Jahre später nahmen die Saxofonisten Al Cohn, Zoot Sims, Herbie Steward und Serge Chaloff den unverwechselbaren Klang erneut auf. Rolf Rasch hörte sich die Arrangements heraus.

Begleitet von Natsuko Inada am Klavier, Manfred von der Emde am Schlagzeug und Michael Rosenthal am Bass - alle nach der Pause hinzugekommen - glänzte das Saxofonquartett mit brillanter Spieltechnik und jeder Menge Schwung. Viel Applaus, eine Zugabe.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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