Premiere am 6. April:

Christian Elsner und Ursula Füri-Bernhard sind Gastsolisten beim Kasseler „Parsifal“

Prominente Wagner-Gäste: Ursula Füri-Bernhard singt die Kundry, und Christian Elsner verköpert den Titelhelden Parsifal. Foto: Fritsch

Kassel. Es kommt nicht oft vor, dass ein Gastsänger mit einer frisch erschienenen CD im Gepäck ans Kasseler Opernhaus kommt. Christian Elsner, der neue Kasseler Parsifal, hat dieses Glück.

Vor wenigen Tagen kam der „Parsifal“-Livemitschnitt einer konzertanten Aufführung mit dem Dirigenten Marek Janowski heraus, die im vergangenen April in der Berliner Philharmonie aufgezeichnet wurde.

Damals war Elsner für sein Debüt bejubelt worden, nun singt er ihn in Kassel zum ersten Mal in einer szenischen Produktion - Premiere ist am Karfreitag, 6. April. Wie fühlt es sich für ihn an, diese Figur nun auf der Bühne zu verkörpern?

Ein Riesenunterschied sei das, sagt Elsner. Die szenische Herausforderung empfindet er als sehr groß. Doch die Berliner konzertante Aufführung sei dafür „die idealstmögliche Vorbereitung“ gewesen. Geradezu begeistert äußert sich Elsner über die Zusammenarbeit mit der Regisseurin Helen Malkowsky. Sehr genau, sehr klar sei die szenische Arbeit, die niemals gegen die Musik oder gegen die Rollen erfolge. Das Werk werde genaui geslen, und ihm werde kein Konzept von außen übergestülpt, so Elsner.

Der gebürtige Freiburger, der mit Frau und zwei Kindern in Butzbach lebt, ist einer der erfolgreichsten Konzertsänger Deutschlands im Tenorfach. Zu seinen Lehrern zählte Dietrich Fischer-Dieskau. In Kassel war er bereits im vergangenen Jahr in der Aufführung von Gustav Mahlers „Das klagende Lied“ zu hören. In jüngerer Zeit hat er zunehmend Bühnenrollen übernommen - von Wagner beispielsweise den Siegmund in der „Walküre“ am Staatstheater Darmstadt. Aus seiner Abneigung gegenüber Regieexperimenten macht Elsner keinen Hehl.

Lob für die Probenarbeit

Seine Bühnenpartnerin Ursula Füri-Bernhard (gebürtige Bernerin, verheiratet), die, ebenfalls als Gast, die Rolle der Kundry übernimmt, stimmt in das Loblied über die Kasseler Probenarbeit mit ein. Auch sie hat mit ihrer Partie im vergangenen Jahr einen großen Erfolg verbucht - ihre Kundry wurde bei Benedikt von Peters umstrittener Basler „Parsifal“-Inszenierung gefeiert - besonders gelobt wurden ihre Bühnenpräsenz und ihre „Sopran-Präzision“ (Basler Zeitung).

„Alles in dieser Zusammenarbeit ist sehr logisch und natürlich“, sagt sie und hebt den Respekt der Regisseurin vor der Symbolik des Werks hervor. Auch könne sie für die Ausgestaltung der Rolle aus ihrem Lebensbereich schöpfen: „Das macht Spaß - eine Arbeit, wie ich sie liebe.“

Auch die musikalische Arbeit trägt zur guten Laune der beiden Gastsolisten bei (alle weiteren Partien werden aus dem eigenen Opernensemble besetzt): Besonders schätzen beide, wie Kassels Generalmusikdirektor Patrik Ringborg den Orchesterklang auf die Sänger abstimmt. „Bei ihm darf man ein echtes Piano singen, auch wenn das volle Orchester begleitet“, freut sich Elsner, der aber an den entscheidenden Stellen stimmlich auch gern „ein paar Schippen“ drauflegt.

Richard Wagner: Parsifal. Premiere am Karfreitag, 6. April, 17 Uhr, Opernhaus. Karten: Tel. 0561 / 1094-222. Die Premiere ist ausverkauft. Weitere Termine: 9., 22., 29.4. sowie 6. und 12.5.

Von Werner Fritsch

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