Gershwin als Fixpunkt: Harleshäuser Silvesterkonzert

Abwechslungsreiches Programm: Das Orchester der Silvestermusiktage mit Matthias Enkemeier (rechts). Foto: Malmus

Kassel. George Gershwin war eine ausgezeichnete Wahl, denn sein „Concerto in F“ bildete den Höhepunkt beim Harleshäuser Silvesterkonzert in der voll besetzten Erlöserkirche.

Das mehr als halbstündige Klavierkonzert aus dem Jahr 1925 ist eine unwiderstehliche Melange aus verschiedenen Quellen von Rachmaninows Romantik bis zum frühen Jazz. Anders als seine „Rhapsody in Blue“ hat Gershwin es selbst orchestriert, mal bombastisch, mal kammermusikalisch fein.

Die effektvolle Partitur erwies sich als äußerst dankbare Aufgabe für das Orchester der Silvestermusiktage und den Dirigenten Matthias Enkemeier. Mit viel Einsatz waren alle dabei - von der Schlagzeuggruppe bis zu den Solisten wie dem Trompeter Heinrich Sälzer, der im langsamen Satz eine bluesige Melodie beisteuerte.

Für den Löwenanteil des Erfolgs zeichnete freilich der Pianist Albrecht Dammeyer verantwortlich. Auf dem glasklar klingenden Flügel spielte er Gershwins Charme und motorischen Schwung aus, ehe er sich für den verdienten Jubel mit Liszts Mendelssohn-Bearbeitung „Auf Flügeln des Gesangs“ bedankte.

Sonst gab es Bizet-Delikatessen und mit der souveränen Geigerin Larissa Degner das Poème von Ernest Chausson: ein atmosphärisches, wenn auch nicht ganz einfaches Werk, das noch mehr Feinschliff vertragen hätte.

Zu Hochform liefen die Musiker dagegen beim Medley aus „Fluch der Karibik“ auf. Ein gemeinsamer Bach-Choral beschloss den Abend, dessen Reinerlös für den Bau eines Waisenhauses auf Madagaskar bestimmt ist.

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