Gesang der Streicher: Das Kasseler Spohr-Ensemble im Opernfoyer

Kammerkonzert mit dem Spohr-Ensemble: (von links) Andreas Lehmann, Elvan Schumann, Katalin Hercegh, Joachim Schwarz, Wolfram Geiss und Dorothea Brenner. Foto: Fischer

Kassel. Wunderbar gesungen wurde am Montag im Opernfoyer, obwohl keine Sänger im eigentlichen Sinne zu hören waren. Auf Streichinstrumenten brachte das Spohr-Ensemble eine Fülle an gesanglichen Melodien hervor.

Die Musiker begeisterten beim ersten Kammerkonzert der neuen Spielzeit mit Streichsextetten von Brahms (op. 18) und Tschaikowsky („Souvenir des Florence“, op. 70).

Das sehr gut besuchte Konzert war der kammermusikalische Abschiedsabend von Wolfram Geiss, dem langjährigen Solocellisten des Staatstheaters – weithin geschätzt als Vollblutmusiker mit viel Sinn für das kantable Element und für reiche Klangfarben. Bei den Meisterwerken von Brahms und Tschaikowsky konnte er sich ganz in seinem Element fühlen.

Sogar ein bezauberndes Ständchen gab es, denn beim zweiten Tschaikowsky-Satz brauchte man als Zuhörer nicht viel Fantasie, um sich ein Duett zwischen einer Schönen und einem Kavalier vorzustellen.

Zu einer Pizzicato-Begleitung sang die erste Violine ihre Melodie, um vom Cello eine ebenso schwärmerische Antwort zu erhalten. Bildhafte Musik in Bestform – mit Geiss und dem Geiger Andreas Lehmann.

Komplett wurde das inspiriert musizierende Ensemble durch Elvan Schumann (Violine), Katalin Hercegh, Joachim Schwarz (Viola) und Dorothea Brenner (Cello). Voller Spannung war der herbe zweite Brahms-Satz, und bei Tschaikowsky gab es mitreißenden rhythmischen Elan.

Nach lebhaftem Beifall der 200 Zuhörer wurde der wehmütig-russische dritte Satz aus dem Tschaikowsky-Sextett wiederholt. Als Solisten kann man Wolfram Geiss noch beim vierten Sinfoniekonzert hören: Am 23. Februar spielt er Max Bruchs „Kol Nidrei“ in der Stadthalle. Ausdruckstiefe ist da garantiert.

Von Georg Pepl

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Unsere Kommentarfunktion wird über den Anbieter DISQUS gesteuert. Nutzer, die diesen Dienst nicht verwenden, können sich hier über das alte HNA-Login anmelden.

Hinweise zum Kommentieren:
In der Zeit zwischen 17 und 9 Uhr werden keine neuen Beiträge freigeschaltet.

Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.

Die Kommentarfunktion unter einem Artikel wird automatisch nach drei Tagen geschlossen.