Der vielseitige Autor Uwe Timm wird heute 70

Geschichte mit und ohne Currywurst

Uwe Timm Foto: dpa

Er ist einer der vielseitigsten Autoren der deutschen Literaturszene. Von der gesellschaftskritischen Studie über das Filmdrehbuch bis zum Kinderbuch beherrscht er die unterschiedlichsten Genres und hat dafür zahlreiche Preise erhalten: Uwe Timm, der heute 70 Jahre alt wird.

Bekannt wurde er in den 70er-Jahren als Begleiter der 68er-Bewegung und ihrer Ziele, so in den Romanen „Heißer Sommer“ (1974) über die Studentenunruhen oder später „Kerbels Flucht“ (1980). Ein Bestsellererfolg gelang dem gebürtigen Hamburger, der vor seinem Germanistik- und Philosophiestudium eine Kürschnerlehre absolviert hatte, 1993 mit „Die Entdeckung der Currywurst“. Die Novelle über Liebe und Krieg wurde mit Barbara Sukowa verfilmt.

Unter seinen Kinderbüchern ist das bekannteste „Rennschwein Rudi Rüssel“ (1989), geschrieben für seine Tochter Johanna. Zuletzt wandte sich Uwe Timm der jüngeren deutschen Geschichte zu und erregte Aufsehen mit der autobiografischen Erzählung „Am Beispiel meines Bruders“ (2003), in der er sich mit dem 16 Jahre älteren, im Krieg gefallenen Bruder und seinem autoritären Vater auseinandersetzt. Über seinen Studienfreund Benno Ohnesorg, der 1967 bei einer Demonstration in Berlin erschossen wurde, schrieb er die Erzählung „Der Freund und der Fremde“ (2005). Neben Reiseliteratur schrieb er auch Filmdrehbücher, etwa die „Bubi-Scholz-Story“ über den Berliner Boxer.

Timm lebt in München und Berlin. Mit seiner Frau, der Literaturkritikerin Dagmar Ploetz, hat er vier Kinder.

Von Claudia v. Dehn

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