Die dänische Singer-Songwriterin Tina Dico begeisterte mit persönlichen Liedern im Kulturzelt

Geschichten, nicht nur Gesang

Spielte selbst auch Gitarre: Tina Dico. Foto: Malmus

Kassel. In erster Linie war es natürlich ein Konzert. Auf den zweiten Blick war der Auftritt von Tina Dico am Donnerstag im Kasseler Kulturzelt aber ein Ausflug ins Gemüt einer genialen Geschichtenerzählerin – die zusätzlich extrem gut singen und Gitarre spielen kann.

Dicos Stimme ist schon mit vielen Superlativen völlig zu Recht gepriesen worden. Kräftig und klar singt die blonde Dänin, scheinbar ohne körperliche Anstrengung. Als ob es das Natürlichste der Welt wäre, einen Raum mit Klang zu füllen, und dabei die ganze Bandbreite zwischen leise, rockig und sprechend zu entfalten. Im vollen Kulturzelt wurde aber deutlich, dass Dico nicht einfach nur zeigt, dass sie talentiert ist. Sie nutzt ihre Stimme als Werkzeug, um zusammen mit ihrer Band ein noch größeres Kunstwerk zu präsentieren. Eins, das sowohl inhaltlich als auch musikalisch überzeugt und dabei authentisch wirkt: Auf der Bühne steht nicht bloß eine Sängerin, sondern ein Mensch mit einer eigenen Geschichte.

Im Laufe des Auftritts öffnete sich Dico mental immer mehr dem Publikum. Die anfänglichen Witze über die Hitze in Kassel wurden mehr und mehr verdrängt durch Hintergründe zu den Liedern, die sie auf Englisch erzählte. Zum Beispiel zur Entstehungsgeschichte von „Nobody’s Man“, das sie in einem Tourbus in den USA schrieb, und schon damals wusste sie, dass der Song sie ihr Leben lang nicht loslassen wird. Einen fast schon intimen Moment schuf sie, als sie das zunächst eher zurückhaltende Publikum dazu brachte, die Textzeile „right here“ aus der Ballade „Copenhagen“ zu singen. In dem Lied geht es um eine elementare Lebenserkenntnis von Dico: Man muss nicht in die Ferne reisen, um sich selbst zu finden.

Den Höhepunkt des Auftritts bildete das lauteste Stück: „Count To Ten“, Dicos wohl bekanntestes Lied, was die Fans auch lautstark gefordert hatten und mit viel Jubel belohnten.

Neben der Stimme der 35-Jährigen und ihren persönlichen Songinhalten waren die vier Bandkollegen von Dico ein Garant für den gelungenen Auftritt. Es waren keine bloßen Zuarbeiter eines Stars. Das ganze Ensemble wirkte als Einheit und unterstützte die Frontfrau auch gesanglich. Vor allem Helgi Jónsson lieferte mit Keyboard, Posaune und seiner hohen Stimme eine mitreißende Leistung.

Die Zuschauer waren begeistert und holten Dico und Band und dann nochmals die Sängerin allein für Zugaben auf die Bühne zurück.

Von Eugen Maier

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