Kabarettist Sebastian Schnoy in Vellmar

Geschichtsunterricht auf amüsante Art

Lehrreich und lustig: Sebastian Schnoy. Foto:  Malmus

Vellmar. Wenn Sie vor einer roten Ampel stehen und der Fahrer hinter Ihnen fordert Sie per Hupe zum Weiterfahren auf, stufen Sie es nicht sofort als Frechheit ein. Denn hupt zum Beispiel ein Italiener, geschieht das aus ganz anderer Gesinnung. „Wir Deutschen sind Angriffs-Huper. Im Azzurri-Land grüßt, flirtet und unterhält man sich auch per Hupe.“

Amüsante Aha-Erlebnisse dieser Art bescherte der Kabarettist und Historiker Sebastian Schnoy am Samstagabend im gut besuchten Piazza in Vellmar reichlich. „London - Paris - Hongkong - Hauptsache Europa“ heißt sein Programm. Lehrreich, intelligent und freundschaftlich humorvoll ist es gestrickt. Einen Kabarett-Preis als Beitrag zur Völkerverständigung möchte man ihm dafür wünschen.

Schnoys Art, uns und unsere Nachbarn zu porträtieren, hätte sicher jeden Krieg verhindert. Mit subtilem Witz nähert er sich der Geschichte Europas und den kleinen Macken seiner Bewohner: „Wer viele Sprachen spricht, den nennt man multi-lingual, wer nur eine spricht Franzose.“

Land für Land klappert Schnoy mit dem Zeigestock die große Landkarte im Hintergrund ab und spricht auch über die dunklen Seiten unserer Geschichte: „Wer hat wen schon mal besetzt? Wir Deutschen eigentlich alle.“ Auch „die schmalsten Bücher der Weltgeschichte stellt er vor: „Englische Küche, deutscher Humor, italienische Helden.“ Kräftiger Applaus für diese Art Kultur- und Geschichtsunterricht.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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