Der amerikanische Gitarrist „Monster Mike Welch“ im Theaterstübchen

Geschmeidiger Blues

Unauffälliger Star: Monster Mike Welch (Mitte) faszinierte die kleine Hörerschar im Theaterstübchen. Foto: Fischer

Kassel. Er hat etwas von einem großen Jungen, der als Kind seinen Freunden zugerufen haben könnte: „Geht ohne mich spielen“, dann die Gitarre aus der Ecke holt und in seiner eigenen Welt versinkt. Das würde auch zu seiner Biografie passen. Mit acht Jahren begann Mike Welch Gitarre zu spielen, schon mit elf war der Blues sein liebster Spielkamerad und bereits mit 14 holten ihn Blueslegenden wie Junior Wells oder Hubert Sumlin auf die Bühne oder ins Studio.

Am Montag zeigte der nun 31-Jährige im Theaterstübchen seine Künste. Dass nur knapp 50 Besucher gekommen waren, ist verwunderlich. Denn „Monster Mike Welch“, wie ihn einst Bluesbrother Dan Ackroyd wegen seines enormen Potenzials taufte, gehört weltweit zur ersten Liga in Sachen Blues. Auf seiner Europa-Tournee mischt der in Boston geborene Klassiker von Größen wie B. B. King, Muddy Waters oder Otis Rush mit eigenen Stücken seines Albums „Cryin Hey“.

Monstermäßig stark ist sein Bluesfeeling. Ansonsten wirkt er eher wie der sympathischen Typ von nebenan. Ein Filigran-Ästhet, der den Blues nicht leidet, sondern kredenzt. Auch seine Stimme, selbst wenn er sie auf rau stellt, hat eher etwas Einschmeichelndes als von Blues-Zerrissenheit. Das kommt gut, hat eine eigene Farbe.

Noch besser aber seine Spielkünste: Wie schnell er zwischen Akkorden und Soli wechselt, die Töne stehen und erzählen lässt, das Feeling dramaturgisch aufbaut, das hat große Klasse. Mit auf der Bühne: Bass und Kontrabass-Spieler Michael „Mudcat“ Ward, ein Urgestein, und der unauffällige, aber effektive Schlagzeuger Fabrice Bessout. Lautstarker Dank vom Publikum.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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