Die HNA stellte junge Regisseure aus Kassel und ihre Filme im Bali-Kino vor

Die Gesichter dahinter

Stellten junge Kasseler Filme vor: (hinten von links) Kun Jia, Christine Schäfer, Anja Henningsmeyer von der hessischen Film- und Medienakademie hFMA, HNA-Redakteurin Bettina Fraschke, Anne Walther und Florian Grolig. Gefragt waren auch die 85 Jahre alten Kasseler Zwillinge Alf und Sven Fehnhann (vorn von links), die Schäfer in einem Film porträtierte. Foto:  Schachtschneider

Kassel. Selbst beim Kaffeetrinken sind Alf und Sven Fehnhann nicht zu unterscheiden. In Christine Schäfers Filmdoku „Alf und Sven“ sitzen die Kasseler Zwillinge am Kaffeetisch und heben völlig unbewusst synchron die Tasse zum Mund. Solch ein Bild ist ein Glücksfall für eine Regisseurin.

Das war „eine Gelegenheit, die man nicht immer hat“, sagte die Filmstudentin über die beiden 85-Jährigen, deren Porträt am Sonntag bei der Film-Matinee der HNA im Bali-Kino gezeigt wurde. Kulturredakteurin Bettina Fraschke stellte den 50 Besuchern junge Filme von talentierten Kasselern vor, die alle bereits auf der Berlinale liefen.

Und sie zeigte die Menschen hinter den Filmen. Gefragte Gäste waren zudem Alf und Sven Fehnhann, die erzählten, wie es ist, ein ganzes Leben gemeinsam zu verbringen. Auch im hohen Alter sind sie selbstständig - zum Beispiel beim Putzen ihres Hauses: „Einer fängt oben an, einer unten, und in der Mitte treffen wir uns.“

Viel Teamarbeit ist auch für einen Film notwendig, wie Anne Walther erzählte. Ihr rührender Puppentrickfilm „Steinfliegen“ besteht aus 21 000 Bildern. Dass in dem 13 Minuten langen Streifen die Stimme von Schauspieler Dominick Raacke zu hören ist, lag an einem glücklichen Zufall. Ihr Bruder hatte dem Berliner „Tatort“-Kommissar eine Küche verkauft - so kam der Kontakt zustande.

Während der Chinese Kun Jia die schwierige Beziehung zu seinem Vater zu einem düsteren Film verarbeitete, ließ sich Florian Grolig von einer Geschichte von Edgar Allan Poe inspirieren. Das dreidimensional animierte Ergebnis von „Die Flaschenpost“ ist beeindruckend, reicht aber nicht zum Geldverdienen. Darum arbeitet Grolig derzeit an einem Computerspiel.

So viel Initiative wünscht sich Anja Henningsmeyer (hessische Film- und Medienakademie) vom Film-Nachwuchs. Ihre Kooperationsinitiative bucht Programmplätze auf dem Markt der Berlinale, wo sich die Talente vorstellen und Kontakte knüpfen können. „Man muss selbst aktiv werden“, sagt Henningsmeyer. So wie Walther, die demnächst an einer Animation für einen Langspielfilm arbeitet.

Von Matthias Lohr

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