Die Berlinerin Juliane Ebner stellt ungewöhnliche Porträts im UPK-Kunstforum aus

Gesichter, die man kennt

Filmszenen: Juliane Ebner legt in ihren Arbeiten mehrere Standbilder übereinander. Foto: De Filippo

Kassel. Länger schön: So hat die Berliner Künstlerin Juliane Ebner ihre Ausstellung im Kasseler UPK-Kunstforum genannt. Schön im klassischen Sinne sind ihre Bilder allerdings nicht. Sie sind vielmehr ein kritischer Blick auf eine oberflächliche Gesellschaft.

Die Porträts, die auf lange Folienbahnen aufgebracht sind, sind auf das Wesentliche reduziert und zeigen doch viel. Ängstliche Blicke, ein schüchternes Lächeln, große Augen, Falten. Es sind Ausschnitte, die den Betrachter in ihren Bann ziehen. Dass Ebner mitunter Kosmetik-Utensilien wie Lippenstift und Nagellack für ihre Kunst verwendet, ist ein interessanter Nebenaspekt. Dinge, die Schönheit konservieren sollen, wirken auf diesen Gesichtern befremdlich.

Bilder aus den Medien

Spannender Gegensatz zu den großen Arbeiten sind die Miniaturporträts, die nicht größer als ein Passfoto sind. Sie zeigen Menschen, die einem seltsam bekannt vorkommen, die man aber nicht einordnen kann. Hat man sie schon einmal in einer Zeitschrift gesehen? Das ist gut möglich, denn die Künstlerin ist ständig auf der Suche nach neuen Motiven. Fündig wird sie in den Medien, in der täglichen Bilderflut, die uns nur selten lange im Gedächtnis bleibt.

Auch Filme dienen Juliane Ebner als Vorlagen. In einigen querformatigen Plexiglasbildern legt sie auf Linien reduzierte Standbilder übereinander, lässt verschiedene Szenen zu einer einzigen verschmelzen. Menschen mit Mundschutz, ein Hund, ein Stau, eine schlafende Frau. Dass sich die Geschichte hinter diesen verschiedenen Motiven nicht sofort erschließt, scheint nicht wichtig. Und dennoch ist die Neugier des Betrachters geweckt. Technisch und inhaltlich sind Juliane Ebners Arbeiten faszinierend. Bis 21. Mai im UPK-Kunstforum, Unternehmenspark Kassel, Lilienthalstraße 25, montags bis freitags von 10 bis 18 Uhr.

Von Pamela De Filippo

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