Neu im Kino: „Zwischen uns das Paradies“ aus Bosnien

Ringen um den richtigen Glauben: Luna (Zrinka Cvitesic) und Amar (Leon Locev).

Luna und Amar sind glücklich miteinander. Sie Stewardess, er Fluglotse, ein modernes Paar. Sie genießen ihre gemeinsame Zeit, im Bett, auf ihrer Dachterrasse über Sarajevo, in der Disco - und warten darauf, dass es mit einer Schwangerschaft klappt.

Als Amar (Leon Locev) im Tower Alkohol trinkt, wird er für sechs Monate suspendiert. Er trifft seinen alten Kriegskameraden Bahrija (Ermin Bravo), der ihm einen Job anbietet: Computerschulungen für Kinder, in einem Camp an einem traumhaft gelegenen, einsamen See.

Das Feriencamp indes entpuppt sich als Rückzugsort einer islamisch-fundamentalistischen Glaubensgemeinschaft, der Wahhabiten-Sekte. Amar verändert sich dort. Er findet zu Allah und übernimmt strengste Verhaltensregeln: Frauen gibt er nicht mehr die Hand, an Sex ist vor einer islamischen Trauung nicht mehr zu denken.

Jasmila Zbanic, deren Debüt „Esmas Geheimnis“ 2006 den Goldenen Bären der Berlinale gewonnen hat, erzählt in „Zwischen uns das Paradies“ von bosnischen Kriegstraumata und von den Irritationen, die Amars Verwandlung auslöst, zuallererst bei der zutiefst befremdeten Luna (Zrinka Cvitesic). „Na Putu“ heißt der sehenswerte Film im Original, „auf dem Weg“. Was passiert mit der Liebe, wenn sich ein Partner radikal verändert, einen völlig anderen Weg einschlägt?

Die Reaktionen der erschütterten Luna, der Freunde und Familie schildert Zbanic in prägnanten Bildern. Warum und wie genau sich Amars innere Verwandlung vollzieht, bleibt aber im Verborgenen und deshalb letztlich unverständlich. Foto: tx

Genre: Drama

Altersfreigabe: ab 6

Wertung: !!!::

Von Mark-Christian von Busse

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