Roman Lob in Kassel: Er gibt den netten Jungen

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Alles ein bisschen glatt: Roman Lob im Musiktheater.

Kassel. Er ist jung. Er sieht gut aus. Er hat eine tolle Stimme und durch seinen Sieg bei der Casting-Show „Unser Star für Baku“ Deutschland beim Eurovision Song Contest vertreten. Spricht alles für eine große Karriere.

Eigentlich kaum nachvollziehbar, dass Roman Lob am Mittwochabend im Musiktheater vor einer vergleichsweise kleinen Menge von 250 Besuchern auftrat.

Mit seiner Band und seinem neuen Album „Changes“ ist der gelernte Industriemechaniker auf Tournee. Warum Lob polarisiert, warum die einen ihm eine große Karriere zutrauen, die anderen ihm genau das gänzlich absprechen, wurde im Konzert durchaus deutlich. An seiner Stimme liegt es nicht. Da dürften auch seine Kritiker wenig Nahrung finden. Lob kann rocken, er kann aber auch streicheln.

Mit „You Somebody“ stellte er das gleich zum Auftakt unter Beweis. Mit Melancholie und toller Stimme punktete er auch beim nächsten Stück: „First Time“. Auch das folgende Stück „Goodbye“ ging ins Ohr.

Doch der in Düsseldorf geborene 22-Jährige vernachlässigt auf der Bühne etwas Wesentliches: Er teilt sich nicht mit. Kein persönlicher Satz. Nichts über seine Gedanken, nichts über seine Gefühle, keinerlei persönliche Ansprache. Jemand, der seinem Publikum nicht mehr zu sagen hat als: „Ihr seht gut aus. Kassel, ihr seht sexy aus. Kassel, seid ihr noch da?“ Oder „Kassel, ich will jetzt eure Hände sehen.“ Einzige Ausnahme „Ich trink jetzt mal ein Apfelsäftchen.“ Das wirkt auf der Bühne etwas farblos.

Also ein schwaches Konzert? Kann man nicht sagen. Für seine Fans sicher nicht. Lob gibt den netten Jungen, setzt auf Balladen und auf Nummern, bei denen die Arme in die Luft schießen. Seine Fangemeinde feierte ihn. Auch „sein Lied“, sein Hit „Standing Still“ fehlte nicht. Und seine Band? Die machte ihre Sache ordentlich. Fazit: Gute Songs, schwache Moderationen. Viel Applaus von den eingefleischten Fans.

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