Das Vogler Quartett und Matthias Kirschnereit beim umjubelten Finale des Musikfests

Gipfeltreffen voller Energie

Ausklang eines wunderbaren Festivals: Matthias Kirschnereit (von links), Frank Reinecke, Tim Vogler, Stephan Forck und Stefan Fehlandt. Foto: Schoelzchen

KASSEL. „Ein wunderbares Festival“, schwärmte Matthias Kirschnereit und brachte damit die Stimmung auf den Punkt. Der Hamburger Pianist und das Berliner Vogler Quartett wurden beim Ausklang des diesjährigen Musikfests begeistert gefeiert. Trotz der starken Konkurrenz in Sachen klassischer Musik am Samstagabend waren 230 Zuhörer in die documenta-Halle gekommen. Ein toller Erfolg für den Konzertverein Kassel.

Beethovens Streichquartett D-Dur op. 18/3 eröffnete das exquisite Programm - von den „Voglers“ spannend und intelligent dargeboten. Das Meisterensemble weiß stets, wo die Schlüsselstellen in einer Komposition liegen, und vernachlässigt deshalb bei der Ausformung der Details nie die übergreifende Energie. Dass Tim Vogler, Frank Reinecke, Stefan Fehlandt und Stephan Forck in der documenta-Halle ausgezeichnet zusammenspielten, verstand sich von selbst.

Höchst reizvoll dann die Kombination von Werken Anton Weberns (1883-1945). Die beiden Stücke für Cello und Klavier des damals 15-jährigen Komponisten sind noch spätromantisch gehalten, während die elf Jahre später entstandenen, atonalen „Vier Stücke für Geige und Klavier“ op. 7 den unvergleichlichen, komprimierten Webern-Stil zeigen. Was zu den erfreulichen Gegebenheiten des Musikfests zählte: Das Publikum nahm die vermeintlich ungeliebten Dissonanzen der Wiener Schule begierig auf.

Der Hauptprotagonist des Festivals war freilich der große Jubilar Robert Schumann. Seine „Fünf Stücke im Volkston“ für Cello und Klavier op. 102 präsentierten Stephan Forck und Matthias Kirschnereit mit hinreißendem Elan und feiner Eloquenz. Zum Gipfeltreffen von Hochenergetikern wurde zuletzt die Darbietung des Klavierquintetts Es-Dur op. 44, denn Kirschnereit und das Vogler Quartett blieben dem Drive in Schumanns Musik fürwahr nichts schuldig. Riesenbeifall, Jubel.

Von Georg Pepl

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