Christoph Schellhorn und Jaimi Faulkner beim Singer-Songwriter-Abend im Schlachthof

Gitarrenkunst zweier Kontinente

Witzig: Christoph Schellhorn aus Österreich. Fotos: Socher

Kassel. Singer-Songwriter-Konzerte haben etwas von Lagerfeuerabenden mit guten Freunden. Gleich zwei Vertreter dieses gefühlvollen Genres präsentierten sich am Dienstag viel beklatscht im Schlachthof. Den Auftakt machte der Österreicher Christoph Schellhorn. Auch ohne Spezifizierung hätte sein Dialekt seine Herkunft verraten: „Ich bin der Christoph aus Tirol“, begrüßte der 27-Jährige die 40 Besucher. Ihm liegt der Blues am Herzen. Doch auch Folk- und Rockzitate vermag Schellhorn gekonnt in sein Repertoire aus eigenen und gecoverten Songs einzuflechten.

So zum Beispiel Folk-Blues aus Texas, wie das ZZ-Top-Stück „Just left Chicago“. Von der „Forrest-Gump-Philosophie“, wie Schellhorn es nannte, war das nächste Stück geprägt: Wie sagte Forrests Film-Mutti? „Das Leben ist wie eine Pralinenschachtel. Man weiß nie, was man bekommt“, zitierte Schellhorn humorvoll, und ließ „A box of chocolates“ erklingen.

Seine Gitarre weiß er gekonnt einzusetzen, bei renommierten Lehrern hat er sich eine Menge abgeschaut. Das Finger-Picking zum Beispiel, mit dem er diesem Stück einen enormen Schwung verlieh. Ruhiger wurde es bei „Tightrope Dance“, das er dem französischen Drahtseil-Tänzer Pierre Petit widmete. Zum Abschluss die Aufforderung an das Publikum: „Singt’s mit, weil, „i waas doch, in Kossel gibt’s gude Sänger.“

Nicht so urwitzig bei den Ansagen, dafür aber näher am Gemüt war der aus Australien stammende Jaimi Faulkner, der den zweiten Teil des Abends bestimmte. Seine spieltechnischen Fähigkeiten auf der akustischen Gitarre sind enorm, seine Stücke ein Kontrast aus gefühlsstarkem Gesang und relativ hartem Gitarrenanschlag.

Immer wieder ließ er neben seinen melancholisch gefärbten Liedern seine Künste auf der Gitarre aufblitzen. Beachtlich, wie er in eines seiner Stücke Hitkürzel von den Beatles, Jimmi Hendrix und Led Zeppelin einfädelte. Von zwischenmenschlichen Berührungen erzählen seine Lieder. Überwiegend aus seinen letzten Alben „Kiss & Ride“ und „All I Can“ stammten sie.

Von Steve Kuberczyk-Stein

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