Pete Townshend (The Who) wird heute 65

Gitarrenzerstörer

Pete Townshend Foto: picture-alliance

Er ist ein Überlebender. Seine Kollegen von The Who, Schlagzeuger Keith Moon und Bassist John Entwistle, sind tot, dem aufreibenden Rock ’n’ Roll-Leben erlegen. Pete Townshend, der Gitarrist der einst „lautesten Band der Welt“, wird heute 65 Jahre alt. Er ist zwar extrem schwerhörig, hat aber alle (Drogen-)Exzesse überstanden, und er macht noch immer Musik. Auch The Who gibt es noch, nach 24 Jahren Pause brachten Townshend und Roger Daltrey 2006 das Album „Endless Wire“ auf den Markt.

Dass es die Who - entstanden Ende der 50er aus Dixie- und Skiffle-Bands - nicht lange machen würden, erzählte der in London geborene Musiker-Sohn in ersten Interviews. „Ich sah mich als Künstler, der nach den Who vielleicht einer ernsthaften Tätigkeit als Bildhauer nachgehen würde“, sagte er 2007 der „Süddeutschen“: „Der Erfolg war dann schuld daran, dass ich doch nicht nach Hause gegangen bin, als ich meine erste Gitarre kaputt gehauen hatte.“

Der Erfolg war gigantisch, Songs wie „My Generation“, „Pinball Wizard“ und „Won’t Get Fooled Again“ stehen für das Aufbegehren der 60er-Jahre. So etwas wie Townshends brachiale, aggressive Gitarrenklänge (typisch seine „Windmühlentechnik“ mit der Drehbewegung des Armes) und seine Luftsprünge hatte es bis zu den Auftritten der Who nie gegeben. Sie endeten meist mit der Zerstörung der Instrumente.

Townshend ist aber auch ein intelligenter Konzeptkünstler, der mit „Tommy“ und „Quadrophenia“ die ersten Rockopern der Musikgeschichte schrieb und großartige Soloplatten („White City: A Novel“) herausbrachte, an seiner Autobiografie bastelt und sich im Rückblick reflektiert über das anstrengende Rockstar-Leben äußert. Das hat Townshend, der von 1968 bis 2000 mit Karen Astley verheiratet war und drei Kinder hat, gegen ein ruhigeres Leben mit der Musikerin Rachel Fuller in Richmond an der Themse eingetauscht.

Von Mark-Christian von Busse

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